HTS-Weiterbau noch 2010 möglich
17.03.2010 | 21:00 Uhr 2010-03-17T21:00:00+0100
Siegen. Nach der Verabschiedung des Bundeshaushalts Mite April rechnet die Siegener Niederlassung des Landesbetriebs Straßen.NRW mit dem „Signal zum Weiterbau” der Hüttentalstraße im Siegener Süden.
Das hat Planungschef Karl-Hermann Metz im Kreisverkehrsausschuss mitgeteilt. „Wir haben Baurecht und sind in der Lage, morgen mit den Arbeiten zu beginnen”, sagte Metz den Vertretern von Kreistag und Verwaltung. Er ist sogar so „optimistisch”, dass es noch in diesem Jahr losgehen kann mit dem letzten Teilstück vom Europaplatz bis über die Sieg nach Niederschelderhütte: Die nur drei Kilometer lange Strecke ist mit Kosten von 80 Millionen Euro veranschlagt. Im Vergleich dazu wurden für den zuletzt vollendeten Abschnitt zwischen Kreuztal und Anschlussstelle der A 4 bei Wenden einschließlich Abzweig von der Krombacher Höhe 120 Millionen Euro aufgewendet, und das waren alles in allem 15 Kilometer.
„Wir könnten morgen beginnen”
Die hohen Kosten für den südlichen Abschnitt ergeben sich daraus, dass die kurze, aber technisch anspruchsvolle Strecke zu 80 Prozent aus Tunnel und Brücken besteht. Von den Baukosten verschlingt allein der 520 Meter langen Tunnel durch den Bühlberg mit mehr als 30 000 Euro pro Meter einen erheblichen Anteil. Die längste Brücke wird der Zubringer in Richtung Eiserfeld sein, der in Höhe der Eisenhutstraße mit einem Kreisverkehr endet. Ein zweiter Kreisverkehr nimmt die Fahrzeuge am Ende der Neubaustrecke auf. Als Bauzeit werden vier Jahre kalkuliert, sodass mit Fertigstellung frühestens 2014 oder 2015 zu rechnen wäre, wenn die optimistische Annahme von Karl-Hermann Metz zutrifft.
Das könnte auch Auswirkungen auf den Ausbau der Eiserfelder Ortsmitte haben. Dort sollen, wie berichtet, zwei Kreisel gebaut werden. Der große Kreisverkehr soll die Staus auf der Kreuzung Eiserfelder-, Freiengründer, Eiserntal- und Siegtalstraße beenden. Dieses Bauwerk ist relativ unumstritten. Ein zweiter, kleinerer Kreisel in unmittelbarer Nähe des großen in Richtung Niederschelden soll die Bühlstraße und die dort geplanten Discounter anschließen. Sowohl der kleine Kreisverkehr als auch die Größe der geplanten Geschäfte wurden in den jüngsten Sitzungen der Gremien kritisch gesehen.
Zweiter Kreisel kostet 700 000 Euro
Wenn die HTS bis Niederschelderhütte weitergeführt werde, würden viele Kunden die schnelle Verbindung ins Stadtzentrum nutzen und Eiserfeld „links liegen” lassen, war besonders aus den Reihen von UWG und Grünen zu hören. Angesichts der dramatischen Haushaltslage in Siegen sei es nicht zu verantworten, den zweiten Kreisel für 700 000 Euro zu bauen. Fördermittel für dieses Projekt gibt es nicht. Vor dem Hintergrund des HTS-Weiterbaus kritisierte die UWG auch die geplante Größe der beiden Geschäfte: Hier würden Leerstände produziert.
Anfang Februar beschloss der Stadtrat die erneute Auslegung des Bebauungsplanes „Ortsmitte Eiserfeld”. Ein Eiserfelder Bürger strebt ein Normenkontrollverfahren an. Diese Klage kann erst nach dem Beschluss des Bebauungsplanes durch den Rat eingereicht werden. Das könnte zu einer weiteren Verzögerung des Ausbaues führen.
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