Holzhausen präsentiert sich von seiner natürlichen Seite

Holzhausen..  Leon staunt. Ein wenig wütend ist er auch. Normalerweise drischt er den Ball über den Hof der Holzhausener Grundschule. Am Mittwoch ist dafür keine Zeit. Und kein Platz: „So viele Leute hier.“ Grundschule, offene Ganztagsschule, Jugendtreff und Kita zeigen der Bewertungskommission, was sie zu bieten haben. Das junge Holzhausen eben.

Im Ortskern gilt die Satzung

Was das junge Holzhausen ins Glas bekommt, dürfen die Mitglieder der Bewertungskommission bereits am Morgen kosten. Es gibt Milch. Von Süd-Siegerländer Kühen. Auf dem Ölberg. Bürgermeister Christoph Ewers erläutert die Vorzüge Burbachs und die schönen Seiten Holzhausens – insbesondere die natürlichen: ein Dorf im Grünen. Aber auch ein Dorf, das Arbeitsplätze bietet. Und Heimat und Identität. Eine Gestaltungssatzung gibt es. „Dorflesung heißt sie“, sagt Architekt Dietmar Winkel und verteilt das Büchlein unter den Juroren. Eine Gestaltungsfibel für historische und neue Bauten in der Gemeinde. Was auf dem Papier hübsch aussieht, macht sich in der Realität noch viel besser. In der Färberstraße zum Beispiel. Garten- und Landschaftsexpertin Beate Flender-Dietewich erläutert, was es mit einem naturbelassenen Garten vor der Haustür auf sich hat. Bloß für den Bauerngarten, den der Heimatverein hergerichtet hat, bleibt keine Zeit. Dafür spielt jemand Orgel in der Kirche.

Seife und die längste Inschrift

Mit dem Bus geht es durchs Dorf, vorbei am Einkaufszentrum, am Neubaugebiet Hoorfeld, an der Kita. Ausstieg Grundschule. Die Seifenhexen haben kleine Geschenke gebastelt. Seife natürlich. Mit Kräutern aus dem Schulgarten. Die Kita-Kinder singen. „Du warst doch auch hier“, sagt Grundschulleiter Harri Hermann zu Landrat Andreas Müller. „Ist doch noch gar nicht so lange her.“ Früher war aber nicht nur der Landrat an der Schule. Sie war auch so etwas wie ein Mehrgenerationenhaus. Der Jugendtreff unten im Anbau, oben, unter dem Dach die Senioren. Die zogen irgendwann in die Alte Schule in der Dorfmitte. Das alte Fachwerkhaus – mit „der längsten Inschrift im Kreis Siegen-Wittgenstein“, wie Ulrich Krumm, Vorsitzender des Heimatvereins, erläutert – ist das letzte Stück Holzhausen, das die Preisrichter an diesem Tag sehen. Drinnen wird die Geschichte des Hauses erklärt. Draußen wartet die Blaskapelle auf ihren Einsatz. Kein schöner Land gibt’s zum Abschied.

Und Leon? Der kann endlich wieder bolzen. Möglicherweise bald in einem Dorf mit Landesplakette.