Hochklassiger Swing

Siegen..  „The History Of Big Bands“, die Geschichte der großen Unterhaltungsorchester aus der Mitte des 20. Jahrhunderts also, das ist das Thema der großen Jubiläumstour des „World Famous Glenn Miller Orchestra“.

Seit 25 Jahren hält der Niederländer Wil Salden mit seinen Musikern die Erinnerung an den legendären Bandleader der 30-er und 40-er Jahre aufrecht. Am Mittwoch kam das Orchester wieder einmal ins Siegerland. Der Leonhard-Gläser-Saal war nicht einmal bis zur Hälfte gefüllt. Schade, denn Salden und seine Musiker zeigten sich auf bewährter Höhe und unterhielten mit rockendem Swing und schönen Balladen. Wie immer gab es zum Auftakt und zum offiziellen Schluss die „Moonlight Serenade“, dazwischen viele bekannte Miller-Klassiker, von „String Of Pearls“ über „Pennsylvania 6-5000“ bis zum „St. Louis Blues March“.

Nur beim „World Famous Glenn Miller Orchestra“ können sich die Zuhörer nach wie vor darauf verlassen, dass „American Patrol“ auch ausgespielt wird und nicht vor dem Zitat von „Girl I Left Behind Me“ endet. Und zur stillen Freude des Rezensenten blieb auch „I Know Why“ diesmal im Programm.

Die Ballade aus „Sun Valley Serenade“ ist eine der eingängigsten aus den frühen vierziger Jahren und wurde zu einem der stärksten Auftritte von Sängerin Ellen Bliek. Der Rotschopf überzeugte auch bei weiteren Balladen wie „At Last“ oder „Sentimental Journey“. Dazu kamen die Zugabe „Don’t Sit Under The Apple Tree“ oder „Yes My Darling Daughter“ aus dem Stan Kenton-Repertoire. Denn: Gehörten auch früher schon Standards aus dem Repertoire anderer Big Bands zu den Programmen, wurde diesmal auch im Programmheft explizit auf Leute wie Benny Goodman oder Tommy Dorsey hingewiesen.

Ein Moment im Rampenlicht

Will Salden ist seinem Konzept treu geblieben, seinen Musikern viele Solo-Möglichkeiten zu geben, das Konzert mit kleinen Choreographien anzureichen und sich selbst hier und da einen Moment im Rampenlicht zu ermöglichen.

Der Bandleader selbst spielte wie immer am Steinway, sang bei den schwungvollen Nummern der „Moonlight Serenaders“ mit und trat bei „Chicago“ und „The Sky Fell Down“ in die sängerischen Fußstapfen des einstigen „Boy Singers“ Sinatra. Alles in allem war es wieder ein perfekter musikalischer Abend mit dem „World Famous Glenn Miller Orchestra“. Doch angesichts des Zuspruches könnte es möglicherweise sogar der letzte Auftritt im Siegerland gewesen sein.