Hitze-Gewitter hält Einsatzkräfte in Atem

Kreis Olpe..  Hochsommerliche Temperaturen, Sonnenschein pur. Doch am Sonntagabend wurde so manchem im Kreis Olpe das Outdoor-Vergnügen im wahrsten Sinne des Wortes verhagelt. Das angekündigte Unwetter kam tatsächlich und sorgte in Teilen des Kreises Olpe für Sachschäden.

Insgesamt 30 Einsätze gab es. Die Schwerpunkte des Unwetters lagen in Lennestadt-Maumke/Meggen und Kirchhundem. Zahlreiche Bäume mussten von der Fahrbahn entfernt werden und Keller liefen voll Wasser. Ein Erdrutsch blockierte eine Straße in Meggen und musste von der Feuerwehr beseitigt werden.

In den Feuerwehrgerätehäusern Meggen und Kirchhundem wurde eine Einsatzleitung der Feuerwehr gebildet, um die Einsätze besser koordinieren zu können. Die Feuerwehr Lennestadt war mit etwa 75 Einsatzkräften im Einsatz. Die Feuerwehr Kirchhundem mit etwa 35 Einsatzkräften.

Waldbrand nach Blitzschlag

Durch Blitzschläge kam es zu einem Waldbrand in Olpe. 14 Einsatzkräfte waren mit der Brandbekämpfung beschäftigt. Ebenfalls durch einen Blitz beschädigt wurde ein Wohnhaus in Attendorn - verletzt wurde niemand. Allerdings sorgte der Blitzeinschlag dafür, dass sogar Dachpfannen vom Dach flogen. Der RTW Attendorn betreute die Bewohner. Die Feuerwehr Attendorn war mit ca. 45 Einsatzkräften vor Ort.

Außerdem musste ein Pferd in Hünsborn aus einer Notlage befreit werden. Es war zwischen zwei Leitplanken eingeklemmt.

In Hünsborn war es am Abend zu Hagelschauern mit teils golfballgroßen Hagelkörnern gekommen, die Schäden an Autos anrichteten und so manche Dachpfanne zertrümmerten.

Einige unserer Leser haben das Naturereignis in Bildern festgehalten. So schreibt Oliver Grunau aus Olpe, dass der Begriff Hagelkorn angesichts der Größe doch etwas untertrieben sei.

Markus Knorr aus der Westfälischen Straße in Hünsborn: „Sonntagabend in Hünsborn. Eine dunkle Wolkenwand rückt näher und damit die erwartete Abkühlung und der von vielen ersehnte Regen. Es kam anders.

Urplötzlich setzte starker Hagel ein. Körner in Tennisballgröße fielen zahlreich vom Himmel und schlugen mit unglaublicher Wucht ein. Dachpfannen wurden beschädigt, Dachfenster durchschlagen, Schieferfassaden in großer Zahl beschädigt. Wer sein Auto draußen parkte, hatte zumindest Beulen im Blech, oftmals aber auch durchschlagene Autofenster.

Drei-Minuten-Spuk

Nach drei Minuten war der Spuk vorbei. Kein Gewitter, kein nachfolgender Regen, nach drei Minuten war es wieder trocken, und die Besichtigung der Schäden konnte erfolgen.

Überflutete Straßen

In Wenden dagagen kam der Regen - mit Macht - und sorgte für teilweise überflutete Straßen, was Heinrich Hendel im Foto festgehalten hat. Was die Hagelkörner angeht, kam Wenden besser weg: Sie waren „nur“ haselnussgroß.

Nach dem heftigen Hagelschauer in Kirchhundem hat unser Leser Dr. Christian Büscher zur Kamera gegriffen und „Geschosse“ mit einer Größe von bis zu sieben Zentimetern fotografiert.

Schon den ganzen späteren Nachmittag über waren Gewitter über den Kreis Olpe gezogen, brachten aber zunächst nur wenig Regen mit Blitz und Donner. Das folgenreiche Gewitter mit Hagelschlag kam aus der Eifel und zog über das Bergische Land ins Sauerland. Wenn man dem „Deutschen Warndienst Unwetter“ glaubt, dann drohen in Nordrhein-Westfalen am Dienstagnachmittag erneut Gewitter mit Sturmböen oder schweren Sturmböen. Von Hagel allerdings ist nicht die Rede.

Nur einzelne Dachpfannen

Eher glimpflich zog der Hagelsturm offenbar über die Hausdächer hinweg. Dachdecker-Innungsobermeister Frank Clemens: „Vor allem in Hünsborn hat es einige Pfannen erwischt, hin und wieder ist auch ein Dachfenster betroffen.“ Von großflächigen Hagelschäden seien die Dächer offensichtlich verschont geblieben. Dennoch seien zahlreiche Dachdecker gestern zeitgleich im Einsatz gewesen. Von der Schadenshöhe her seien die zerbrochenen Autoscheiben oder die Dellen an den Karosserien kostenmäßig sicherlich gravierender.