Entwicklungsländer
Hilfe für Menschen mit Behinderung
20.01.2010 | 18:01 Uhr 2010-01-20T18:01:00+0100
Siegen. Die Wanderausstellung „Entwicklung ist für alle da. Menschenrechte für Menschen mit Behinderung umsetzen – Inklusive Entwicklung gestalten” ist seit Dienstagabend im KrönchenCenter zu sehen.
Das Projekt des Zentrums für Planung und Evaluation sozialer Dienste der Universität Siegen (ZPE) in Kooperation mit dem Essener Verein Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit (bezev) weist auf ein spezielles Problem hin: 80 Prozent aller Menschen mit Behinderung leben – nach Angaben der UNO – in Entwicklungsländern. 82 Prozent von ihnen fristen ein Dasein unterhalb der Armutsgrenze – das bedeutet weniger als einen Euro pro Tag, um zu überleben.
„Behinderung ist sowohl Grund als auch Konsequenz von Armut”, sagte Elisa Heinrich, Regionalkoordinatorin des Eine Welt Forums Siegen-Wittgenstein und Olpe, bei der Ausstellungseröffnung. Wer behindert sei, könne nicht arbeiten, um Geld zu verdienen – und wer kein Geld hat, könne sich teure medizinische Behandlungen nicht leisten.
Menschenrechte – nicht nur auf dem Papier
„Nur 3,4 Prozent der Rehabilitationsleistungen weltweit werden in Entwicklungsländern erbracht”, erklärt Gabriele Weigt, Geschäftsführerin von bezev. So hätten beispielsweise nur etwa ein Prozent der Menschen einen Rollstuhl, die einen benötigen. Die Antwort auf diese Ungerechtigkeit lautet „inklusive Entwicklung” – die gleichberechtigte Beteiligung von Menschen mit Behinderung an Entwicklungsprojekten.
Weigt: „Die Verabschiedung der UN-Menschenrechtskonvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung ist ein Meilenstein. Doch Papier ist geduldig. Es muss auch etwas getan werden.”
Dass es schon erfolgreiche Projekte gibt, wird in der Ausstellung auf zwölf Informationstafeln verdeutlicht. Fotos zeigen beispielsweise Teilnehmer eines Workshops für politische Rechte von Menschen mit Behinderung in Nepal oder Kinder aus Ruanda, die die Möglichkeit bekommen, eine Schule zu besuchen. Oder einen einbeinigen Jungen aus Angola, der dank Krücken sogar wieder Fußballspielen kann. „Mit der Ausstellung möchten wir eine Anregung zur Horizont-Erweiterung und Sensibilisierung geben”, erklärt Sabine Hering, Prorektorin der Universität Siegen. Und das soll nicht nur durch die Informationstafeln geschehen – zusätzlich gibt es ein Rahmenprogramm mit acht Veranstaltungen.
Denkanstöße für eigene Beiträge
Bürgermeister Steffen Mues: „Ich wünsche mir, dass Ausstellung und Veranstaltungsreihe bei den Besuchern einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen und Denkanstöße geben, welchen Beitrag wir leisten können, um eine inklusive Entwicklung mitzugestalten.”
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