Hilchenbach macht nun doch mit

Die Ginsburg bleibt im Naturpark — egal, wie er nun heißt. Der Stadtentwicklungsausschuss wehrt sich nicht länger gegen die Einbeziehung des Stadtgebietes, auch wenn der Name „Südwestfalen“ wohl nicht
Die Ginsburg bleibt im Naturpark — egal, wie er nun heißt. Der Stadtentwicklungsausschuss wehrt sich nicht länger gegen die Einbeziehung des Stadtgebietes, auch wenn der Name „Südwestfalen“ wohl nicht
Foto: Hans Blossey

Hilchenbach..  Nach und nach bringen die Abgesandten aus dem Kreishaus die Widerspenstigen auf Kurs. Am Mittwoch hat Dr. Heinz Meyer, Leiter der Unteren Landschaftsbehörde, sich vom Hilchenbacher Stadtentwicklungsausschuss die Zustimmung zur Naturpark-Fusion abgeholt. Um das letzte noch ausstehende Votum in Netphen wird sich am Montag Kreisdirektor Frank Bender persönlich bemühen.

„Südwestfalen“ im Namen des neuen Naturparks sei für die anderen Partner nun einmal „nicht akzeptabel“, sagte Dr. Meyer. Jedenfalls nicht, solange nicht der Arnsberger Wald dabei sei. „Die können sich schon vorstellen, irgendwann mitzumachen“ — wenn Homert, Egge- und Rothaargebirge einmal den Arnsberger Standard erreicht haben. „Mit der Marke punkten“ wolle der neue Naturpark. Und nicht nur Wanderparkplätze unterhalten. „Sauerland-Rothaargebirge“ soll er heißen. Ob nicht wenigstens „Rothaargebirge-Sauerland“ möglich sei, fragte Christoph Schütz (Grüne). Da bestehe „ohne Weiteres Gesprächsbereitschaft“, antwortete Dr. Meyer.

„Südwestfalen kennt keiner“

Gerhard Lattek (SPD) wollte den Auftrag an den Hilchenbacher Bürgermeister durchsetzen, den neuen Naturpark-Verein zu dem von der Landesregierung angebotenen Namensfindungs-Workshop zu verdonnern. „Denn wenn der Name einmal steht, wird sich nicht mehr viel tun.“ Christoph Rothenberg (FDP) hielt von der Workshop-Idee nichts, zumal die Mitgliederversammlung dessen Ergebnis auch nicht übernehmen müsse. „Schön zu hören, wofür unser Kommunal-Soli verwendet wird.“ Oliver Schneider (CDU) hatte das Namens-Problem nicht: Das Sauerland sei bekannt, „Südwestfalen kennt keiner“.

Gegen die Stimmen von Gerhard Lattek (SPD) und Christoph Rothenberg (FDP) sprach sich der Ausschuss für die Einbeziehung des Stadtgebiets in den Naturpark und die Mitgliedschaft im Verein aus, wo der Bürgermeister auf die Namensänderung hinwirken soll. Über die Idee, dann auch „Portalgemeinde“ werden zu wollen und zum Beispiel den Bahnhof als Naturparkzentrum auszustatten, sprach am Mittwoch — noch — niemand. Vor anderthalb Jahren hatte Gerhard Lattek, damals noch Ausschussvorsitzender, sich skeptisch geäußert: „Absolute Priorität“ habe der Kulturelle Marktplatz.

Die Größten werden sie sowieso nicht mehr

3763 Quadratkilometer groß wird der neue Naturpark, der aus dem Zusammenschluss der Naturparke Rothaargebirge, Ebbegebirge und Homert entsteht. Weil nun auch große Teile von Kreuztal sowie Randbereiche von Freudenberg, Siegen und Wilnsdorf dazukommen, ist der neue Naturpark fast 1100 Quadratkilometer größer als die drei alten zusammen.

3750 Quadratkilometer groß ist der Naturpark Schwarzwald-Mitte/Nord. Den hätten die Südwestfalen, die nicht so heißen wollen, knapp überrundet und somit den größten Naturpark Deutschlands gegründet.

3940 Quadratkilometer groß ist der Naturpark Südschwarzwald — seit die dortige Mitgliederversammlung im April 2013 der Vergrößerung um weitere 13 Kommunen und 240 Quadratkilometer zugestimmt hat. Bevor er die Aufholjagd zum größten der 104 deutschen Naturparke begann, vergrößerte er sich bereits 2012 von 3330 auf 3700 Quadratkilometer.