Hilchenbach gibt sich im Naturpark-Namensstreit geschlagen

Naturpark-Wanderparkplatz auf der Haincher Höhe.
Naturpark-Wanderparkplatz auf der Haincher Höhe.
Foto: Touristikverband Siegen-Wittgenstein

Hilchenbach..  Nur noch scherzhaft versteht Klaus Stötzel (SPD) seinen eigenen Vorschlag: „Sausiwi“ könnte der neue Naturpark doch heißen, wenn es denn schon nicht „Südwestfalen“ sein dürfe und „Sauerland-Rothaargebirge“ noch irgendwie umgangen werden könne. Oder „Siwisau“, regte Christian Gerhard (CDU) an — dann stünde Siegen-Wittgenstein sogar vor dem Sauerland.

Im Hilchenbacher Rat berichtete Stötzel von den monatelangen Beratungen, die er auch als Kreistagsabgeordneter miterlebt hatte. „Da hast du keine Chance“, berichtete er von dem Ringen um den Naturpark-Namen mit den anderen beteiligten Kreisen. „Aber daran darf das Projekt nicht scheitern.“ Skepsis äußerte Stötzel zudem über die Werbewirksamkeit des alternativ gewünschten Namens: „Südwestfalen ist nicht bekannt.“ Da war Martin Born (Grund) allerdings anderer Meinung. Immerhin habe die Region mit viel ehrenamtlichem Einsatz in den letzten Jahren die Projekte der Südwestfalen-Regionale geworben. „Mit der Namensgebung des Naturparks hätte man der Regionale die Krone aufsetzen können.“ Von dem Namensfindungs-Workshop, den das Umweltministerium nach erfolgter Vereinsgründung bezahlen würde, versprach Born sich wenig. „Das wird zu keiner Namensänderung führen. Wir bleiben Anhängsel.“ Worauf Klaus Stötzel widersprach: Ohne das Gebiet der Stadt Hilchenbach wäre der Naturpark zerschnitten. „Wir sind wichtig.“

Nach den offensichtlich vergeblichen Bemühungen, dem Zusammenschluss der Naturparke Rothaar-, Ebbegebirge und Homert noch einen anderen Namen als „Sauerland-Rothaargebirge“ zu geben, sah Christoph Rothenberg (FDP) keinen Sinn darin, dass Hilchenbach Mitglied des Trägervereins wird. „Ich bin nicht bereit, 950 Euro im Jahr zu bezahlen und dafür als Sauerländer bezeichnet zu werden.“

Bernd Fuhrmann vertritt Kommunen

Michael Stötzel (SPD) versprach sich indes wenig von einem weiter fortgesetzten Streit über die Namensgebung für den künftig — nach dem Naturpark Schwarzwald-Süd — zweitgrößten Naturpark Deutschlands: „Wir sollten der Realität ins Auge sehen.“ Es sei „an der Zeit, den Deckel draufzumachen“, fand auch André Jung (CDU). Immerhin liege Hilchenbach schon ganz nah am Sauerland, „wenn man nur ein paar Kilometer weiter fährt.“

Bei sechs Gegenstimmen bestätigte der Rat schließlich die Empfehlung des Stadtentwicklungsausschusses, das Hilchenbacher Stadtgebiet dem Naturpark einzugliedern und als Stadt Mitglied im Naturpark-Verein zu werden. Vertreten wird sie dort im Vorstand durch den Bad Berleburger Bürgermeister Bernd Fuhrmann. Ihn hat die Bürgermeisterkonferenz als Vertreter der Städte und Gemeinden des Kreises dorthin entsandt.