Heroin per Post aus Holland ins Siegerland geschickt

Siegen..  Der eine kaufte die Drogen in Holland, die anderen beiden brachten sie in Siegen an den Mann. Von Mitte 2013 bis Ende 2014 lief das einträgliche Geschäft, dann flog das Trio auf. Seit Dienstag müssen sie sich im Landgericht verantworten.

Fünf Fälle der Einfuhr und des Handels werden S. (55) sowie dem Pärchen Ö. (40) und L. (29) vorgeworfen. Ö. ist zusätzlich wegen Urkundenfälschung angeklagt. Er soll im Januar 2014 ein Rezept gefälscht und damit in einer Apotheke ein verschreibungspflichtiges Medikament erworben haben. Ansonsten war es S., der in Holland Heroin in Mengen zwischen 400 und 532 Gramm kaufte und per Post ins Siegerland schickte. Ein Päckchen kam angeblich nicht an; beim letzten, das durch einen Mittelsmann übergeben werden sollte, flog der Handel auf.

Das Verfahren kam schleppend in Gang. Verteidiger und Gericht führten ein längeres Rechtsgespräch, bei dem für den Fall von Geständnissen Höchststrafen von vier Jahren für die Angeklagte L., bis zu fünf für S. und zwischen siebeneinhalb und acht Jahre für Ö. von Gericht und Staatsanwalt avisiert wurden. Die Verteidiger machten eine Aussage ihrer Mandanten von einer psychiatrischen Begutachtung abhängig. Fortsetzung ist am 1. Juni.