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Henrik Freischlader hat auch mal Sehnsucht nach Abgeschiedenheit

14.12.2012 | 08:00 Uhr
Henrik Freischlader hat auch mal Sehnsucht nach Abgeschiedenheit
Henrik Freischalder hat auch mal Sehnsucht nach Abgeschiedenheit und Auszeiten vom Bühnen-Leben.Foto: Hartwig Sellmann/WNM

Siegen.  Innerhalb von sechs Jahren hat er sich von einem talentierten Newcomer zum derzeit angesagtesten Blues-Rocker Deutschlands entwickelt. Das will der Wuppertaler Henrik Freischlader unter anderem beweisen, wenn er am Freitag, 14. Dezember, ab 20 Uhr auf der Lyz-Bühne in Siegen steht. Wir sprachen mit dem Shooting-Star.

Henrik Freischlader hat viel investiert, war fast ständig irgendwo live unterwegs und hat parallel dazu praktisch jedes Jahr ein neues Album produziert.

Das jüngste Werk in dieser Reihe heißt „House In The Woods“ und ist sein fünftes Studioalbum. Das hat der 30-Jährige im Gegensatz zu früheren Veröffentlichungen nicht im Alleingang, sondern mit seiner Band eingespielt, die während der letzten Tournee zu einer Gemeinschaft zusammengewachsen ist.

Wie innig dieser Kontakt zwischen der Band und ihrem Frontmann ist, schilderte der Musiker im Interview.
 

Ihr neues Album heißt „House In The Woods“. Träumen Sie heimlich von einem abgeschiedenen Leben im Wald?
Henrik Freischlader: Wenn ich so richtig gestresst und überarbeitet bin, dann sehne ich mich nach dieser existenziellen Abgeschiedenheit, in der mich das moderne Lebenstempo unbehelligt lässt und mich die Masse wertloser Informationen nicht mehr erreichen kann.

Ihr Album „Still Frame Replay“ gilt als das rocklastigste Ihrer Karriere. Haben Sie jetzt den Fuß wieder etwas vom Gas genommen?
Im Gegenteil, wir empfinden das aktuelle Album abgesehen von den Balladen sogar als wesentlich rocklastiger. „Still Frame Replay“ sollte zwar sehr rockig werden, wurde dann aber doch ein ziemlicher Mix aus verschiedensten Stilen und Einflüssen. Da wollten wir dieses Mal wirklich etwas Rockiges abliefern.

Das klingt, als gäbe es keine Analogien zum letzten Album?
Da gibt es tatsächlich nicht viele. Eigentlich könnte man sagen, dass lediglich die Räumlichkeiten in Arnsberg und Martin Meinschäfers Soundkunst gleich geblieben sind. Die Herangehensweise war dieses Mal eine total andere.

Interview
Henrik Freischlader und seine echte Liebe zum Blues

Henrik Freischlader zählt zu den Top-Gitarristen des Blues-Rock. Sein Konzert am 15. Dezember im Piano in Dortmund ist ausverkauft — für den folgenden Tag gibt es noch Karten. Im Interview spricht er über sein neues Album und die echte Liebe zum Blues.

Das neue Album ist ein Live-Studioalbum geworden. Wir haben die Instrumente nicht nacheinander eingespielt, sondern haben mehrere Tage lang Live-Sessions im Studio aufgenommen, von denen wir anschließend die besten Takes ausgewählt haben. Nachträgliche ‘Overdubs’ gab es lediglich beim Gesang.

Dieses Mal hatten Sie auch keine Gäste dabei. Wollte Joe Bonamassa nicht mehr mit Ihnen spielen?

Ich hatte ihn nicht danach gefragt, denn es sollte ja – wie gesagt – ein reines Bandalbum werden. Wir sind als Gruppe in den letzten zwei Jahren sehr zusammengewachsen und verstehen uns blind. Das haben wir jetzt musikalisch konserviert.

In dem Titelstück singen Sie „Stop The World – They’ve Gone Too Far This Time“. Ist das Ihre Antwort auf die aktuellen Krisenszenarien?
Das ist eine Art Phantasie-Bild à la Charlie Chaplin in dem Film „Modern Times“. Es wäre doch eine tolle Sache, wenn man so ein Räderwerk aus sich bedingenden Umständen mit einem langen Hebel zum Stillstand bringen könnte, um dann in aller Ruhe festzustellen, was eigentlich falsch läuft. Wo sind die Weichen falsch gestellt worden und wo warten am Ende die Abgründe?

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