Helmut Schleich gastiert in Kreuztal

Am Donnerstag gastiert Helmut Schleich in Kreuztal.
Am Donnerstag gastiert Helmut Schleich in Kreuztal.
Foto: Martina Bogdahn
Was wir bereits wissen
Helmut Schleich ist einer der großen Namen des deutschen Kabaretts. Seit über 30 Jahren tourt er durch die Republik.

Kreuztal..  Am Donnerstag, 5. Februar, 20 Uhr macht der Münchener Kabarettist Station in der Stadthalle. Mit uns sprach er zuvor über...

...Bayern

Maulheldentum und verkappte Minderwertigkeitskomplexe unterstellt der Kabarettist den Bayern. „Immer die große Klappe.“ Das, was „nach außen getragen“ werde, sei der Sache gar nicht gerecht: „Von einem Klischee zugeschissen.“

Gibt es das überhaupt, das Bayerische? Schließlich leben im Freistaat Franken, Schwaben, Oberpfälzer, Egerländer und viele andere. Das macht Helmut Schleich zu einem Verfechter des Regionalen. „Da hat uns die Schweiz etwas voraus.“

...Griechenland

Was hätte Franz-Josef Strauß zur Wahl in Griechenland gepoltert? „Da sitze ich gerade dran“, sagt der Kabarettist. Wird allerdings interessant. Schließlich war Strauß Altphilologe – und der gute Zeus war es, der Europa entführte. In der Gestalt eines Stiers.

...Bescheidenheit

Helmut Schleich ist Träger des Bayerischen Kabarettpreises. Endlich, mag man sagen. Immerhin ist es rund 15 Jahre her, dass der Bayerische Rundfunk ihm den Förderpreis zuerkannte. Also wurde es langsam Zeit für die Auszeichnung in der Hauptkategorie. Ein wenig bescheidener allerdings sieht das der Künstler selbst.

Ob der Preis tatsächlich nur eine Frage der Zeit gewesen sein mag, „das kann ich als Preisträger nicht sagen“. Was er aber sicher weiß: „Ich bin in der ersten Reihe der bayerischen Kabarettisten.“ Nicht zuletzt hat seine Bühnen-Version von Franz-Josef Strauß dafür gesorgt, dass der Künstler nicht nur zur ersten Garde bayerischer Kabarettisten, sondern zu einer festen Größe des Kabaretts im deutsch-sprachigen Raum zählt.

...Gelungenes

„Letztendlich entscheidet das Publikum, ob etwas gut ist oder schlecht.“ Helmut Schleich allerdings war derjenige, der seiner Karriere die Richtung gab. Mit Andreas Rüttenauer und Christian Springer war er seit den frühen 1980er Jahren zu dritt unterwegs. Aus dem Trio wurde irgendwann ein Duo, aus dem Duo wurde Solo. Aus der „jugendlich-leichtsinnigen Gaudi“ wurde im Laufe der Jahrzehnte Kabarett – zusehends politischer, spitzer und provokanter.

Fliegende Weißbiergläser

Seit 1998 landen nahezu jährlich Preise und Auszeichnungen in Schleichs Vitrine. Der Bayerische Rundfunk schreibt in seiner Urteilsbegründung: „Mit seinem Typenkabarett ergründet Helmut Schleich die bayerische Volksseele, mit seinen Parodien gewährt er phantastische Einblicke in den Mythos der Mächtigen, entlarvt große Worte als kleinbürgerliche Haltung und versteht es immer wieder zu überraschen.“ Dieses Typenkabarett versteht Helmut Schleich selbst als „Ensemble, das sagt, was der Schleich denkt“. Herrlich.

...Unschönes

Im Gedächtnis bleibt ihm eine Episode, über die er nicht gern zu sprechen scheint. „Ich bin auf der Bühne attackiert worden.“ Aus dem Publikum flog eine Weißbierglas in seine Richtung. Der Pfarrgemeindevorstand einer hessischen Gemeinde war offenbar nicht mit den Ansichten und Ausführungen einverstanden, die auf der Bühne zu sehen waren.

Allerdings ist es der Kontakt mit dem Publikum – natürlich auf andere Art und Weise – der Kabarett für den Künstler reizvoll macht und von anderen Darstellungsformen unterscheidet. „Da kommt Kabarett her“, sagt Helmut Schleich. Die Bühne ist sozusagen die harte Schule im Leben eines Künstlers.

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