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Fahrplanwechsel

Hellertalbahn wird fit gemacht

15.09.2010 | 17:49 Uhr
Hellertalbahn wird fit gemacht
Thorsten Stöcker Michaela Sachs Die Hellertalbahn wird am Montag, 14. September, zehn Jahre alt

Siegen-Wittgenstein.Beim nächsten Fahrplanwechsel sind nicht nur die Nutzerinnen und Nutzer der Busse, sondern auch die Fahrgäste der Bahn dran.

Am 12. Dezember übernehmen DB Regio Rheinland und Hessische Landesbahn die bisher durchgehende Regionalexpresslinie Aachen-Siegen-Gießen. In Siegen wird künftig umgestiegen.

In jeder Stunde zur Minute 50 kommt der RE 9 aus Aachen und Köln an, und vier Minuten später geht es dann mit der RE 99 („Main-Sieg-Express“) weiter, stündlich nach Gießen, alle zwei Stunden nach Frankfurt. In der Gegenrichtung ist Ankunft aus Gießen zur Minute 5, Abfahrt nach Köln zur Minute 9. In der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Personennahverkehr (ZWS) hob Geschäftsführer Günter Padt besonders die neuen Spätverbindungen nach Siegen hervor: Täglich um 0.11 Uhr ab Gießen, in den Nächten auf Samstag und Sonntag um 0.23 Uhr ab Köln.

Die nächste große Umstellung wird auch schon vorbereitet: Mit der Ausschreibung des Eifel-Westerwald-Sieg-Netzes werden ab Dezember 2014 auch die Nahverkehrslinien in Südwestfalen neu geordnet; unter anderem wird dann die Rothaarbahn bis Betzdorf, die aus Altenkirchen kommende Oberwesterwaldbahn bis Kreuztal und die Hellertalbahn von Betzdorf über Dillenburg hinaus nach Siegen verlängert.

Ab Dezember 2014
neues Liniennetz

Damit das im gewünschten Fahrplantakt und den angestrebten Anschlussverbindungen funktioniert, hat die ZWS-Verbandsversammlung jetzt Weichen gestellt: Sie vergab den Planungsauftrag für die Beschleunigung der Hellertalbahn. Dazu sollen Gleisanlagen und Weichen an den Stationen Herdorf, Neunkirchen, Burbach und Würgendorf erneuert werden. Zusätzlich bekommt der Kreuzungsbahnhof Neunkirchen eine „Reisenden-Sicherungsanlage“, die ein sicheres Überqueren der Gleise ermöglicht.

Vor eine Entscheidung gestellt wird in den nächsten Monaten auch die Siegener Kreisbahn, sobald die Ausschreibung für das bis nach Koblenz und Andernach reichende Eifel-Westerwald-Sieg-Netz veröffentlicht ist. Bisher ist die Kreisbahn dort als Teilhaber der Hellertalbahn GmbH beteiligt, die allein auf der Strecke Betzdorf-Dillenburg eingesetzt ist. Doch diese Verbindung will der rheinland-pfälzische Zweckverband Nord nicht mehr allein, sondern nur noch in zwei großen Paketen vergeben – möglicherweise eine Nummer zu groß für die im Vergleich zu den Mitbewerbern kleine Kreisbahn.

Im Westerwald-Sieg-Teil des Netzes sind derzeit neben der Hellertalbahn die DB-eigene Dreiländerbahn (Rothaarbahn, Biggesee-Express), die Westerwaldbahn (Betzdorf-Daaden) und Vectus (Limburg-Au) vertreten; Vectus ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Hessischer Landesbahn und Westerwaldbahn.

Und wieder reden
alle vom Wetter

Auch in diesem Sommer redet die Bahn vom Wetter – im Nahverkehr nicht von ausgefallenen Klimaanlagen, sondern in der Juli-Hitze verzogenen Gleisen, wie stellvertretender ZWS-Geschäftsführer Markus Stirnberg berichtete: Jeder dritte Zug des aus Köln kommenden RE 9 erreichte Siegen mit mehr als drei Minuten Verspätung. Deutlich besser waren die Werte der Dreiländerbahn, die sich allerdings auch in erfrischenden Höhenlagen bewegt. Sie erreichte dafür ihren Tiefpunkt bei den Winterstürmen im Februar, als jede vierte Bahn verspätet einlief.

Steffen Schwab

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