Heimische Firmen investieren mehr im Ausland

Unternehmen aus Siegen, Witgenstein und Olpe investieren vor allem im europäischen Markt, Nordamerika und China.
Unternehmen aus Siegen, Witgenstein und Olpe investieren vor allem im europäischen Markt, Nordamerika und China.
Foto: IHK
Was wir bereits wissen
Knapp ein Drittel der Industrieunternehmen in Siegen-Wittgenstein und Olpe investiert 2015 im Ausland. Gegenüber den Vorjahren steigt das Engagement, allerdings verändert sich der Fokus.

Siegen-Wittgenstein/Olpe..  Die Betriebe konzentrieren sich aktuell mehr auf die europäischen Kernländer.

Nur geringe Inlandsinvestitionen

Das sind Ergebnisse einer Umfrage der IHK Siegen, an der sich rund 220 Industrieunternehmen beteiligten. „Die internationalen Krisen hinterlassen jetzt offenbar immer stärker ihre Spuren beim Auslandsengagement. Russland und die Ukraine, aber auch einige südeuropäische Länder verlieren an Bedeutung. Auch in Südamerika wird wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten weniger investiert“, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener. „Dass unsere Unternehmen im Ausland stärker investieren, ist für sich genommen positiv. Es sichert zumeist auch Arbeitsplätze vor Ort. Sorgen bereitet jedoch, dass zugleich die Inlandsinvestitionen in den letzen Monaten zu wünschen übrig ließen. Setzt sich dieser Trend ungebremst fort, sind negative Auswirkungen für Beschäftigung und Wohlstand nicht auszuschließen.“

Im Frühjahr des laufenden Jahres gab knapp jeder dritte Industriebetrieb Investitionstätigkeiten im Ausland an. In den vergangenen drei Jahren ist dieser Anteil um sieben Prozentpunkte gestiegen. Dass die Mehrzahl der Betriebe ihre Investitionen nun in den Ländern der EU-15 realisiert, verdeutliche, wie stark viele europäische Standorte durch Reformen ihre Wettbewerbsfähigkeit verbesserten, so die Kammer. Neben diesen EU-Ländern punkten derzeit asiatische Standorte, vor allem China, sowie Nordamerika wieder mehr bei den Auslandsinvestitionen heimischer Unternehmen.

„TTIP für die Wirtschaft wichtig“

„Bei den Investitionen in China spielen zwar Kostenerwägungen eine wichtige Rolle, hauptsächlich haben die Unternehmen aber auch hier die Erschließung und Betreuung des dortigen attraktiven Marktes im Blick. Das gleiche gilt für Nordamerika. Dort fördern zudem die momentan niedrigen Energiepreise zusätzlich die Investitionen von deutschen Firmen“, sagt Stephan Jäger, in der IHK verantwortlich für Konjunktur- und Statistikfragen.

Geschuldet seien die Investitionen, insbesondere in den USA, oft regulatorischen Gründen. Das Auslandsengagement schaffe damit oft erst den Zugang zum dortigen Markt. Für viele Unternehmen, besonders mittelständische, sei das nicht erschwinglich. „Deswegen ist das Freihandelsabkommen TTIP für die heimische Wirtschaft so wichtig. Es könnte unnötige Markteintrittsbarrieren reduzieren“, wirbt Gräbener für das Abkommen.