Hammerhütte – Wenn Parken kreativ macht

Bewohnerparkzone soll es bald im Quartier Hammerhütte heißen. Derzeit herrscht in einigen Straßen noch drangvolle Enge - wie hier in der Donnerscheidstraße.
Bewohnerparkzone soll es bald im Quartier Hammerhütte heißen. Derzeit herrscht in einigen Straßen noch drangvolle Enge - wie hier in der Donnerscheidstraße.
Foto: Jens Plaum
Was wir bereits wissen
Abriss des Schimmelhochhauses oder weg mit dem Greenspace am Efferstufer – wenn’s ums Parken geht, werden die Bewohner im Quartier Hammerhütte kreativ.

Siegen..  In Kürze gibt es eine Bewohnerparkzone im Quartier Hammerhütte – vorausgesetzt die politischen Gremien geben ihr OK. Sie soll von der Badstraße im Osten bis zum Schlachthof im Westen reichen. Mit Bewohnerausweis soll das Parken dort rund um die Uhr erlaubt sein. Alle anderen dürfen werktags zwischen 9 und 19 Uhr maximal zwei Stunden lang ihren Wagen zwischen Effertsufer und Wiesenstraße abstellen. Ursprüngliche Planungen der Verwaltung sahen vor, den Bereich stadtauswärts an der Eintrachtstraße enden zu lassen. Allerdings regte sich auf einer Anwohnerversammlung Widerstand. Widerstand, der durchaus kreative Züge annahm.

„Warum reißen Sie nicht das Schimmelhochhaus ab und lassen dort parken?“ Frage eines Teilnehmers, der mit handfesten Lösungen smpathisiert.


Auf den ersten Blick vielleicht keine ganz schlechte Idee. Schließlich steht das marode ehemalige Landesbehördenhaus seit Jahren wegen Schimmelbefalls leer. Und ist mindestens ebenso lange Gegenstand städtebaulicher Diskussionen. Allerdings dreht sich die Debatte derzeit eher um studentisches Wohnen als ums Parken.

„Machen Sie doch den Greenspace an Effertsufer zum Parkplatz. Der sieht ohnehin wie eine Müllkippe aus. Und dort könnten locker 40 Autos stehen.“ Frage eines Teilnehmers, der Asphalt lieber mag als Wiese


„Na, Na, Na“, ruft Anke Schreiber, Abteilungsleiterin Straße und Verkehr, den jungen Mann zur Ordnung. Und weist darauf hin, dass das Thema urbanes Gärtnern nicht in ihren Zuständigkeitsbereich falle. Ein anderer Versammlungsbesucher widerspricht empört: „Klar doch, lasst noch mehr Grün aus der Stadt verschwinden, damit jeder Student nach dem Studium gleich wieder abhaut.“

„Schön wäre es, wenn das Zwei-Stunden-Parken auch nachts gelten würde. Dann würden die Besucher von Veranstaltungen in der Siegerlandhalle nicht mehr im Quartier parken.“ Frage eines Teilnehmers, der sich um seine Nachtruhe sorgt.


Die Planungen seien „ein Geben und Nehmen“, entgegnet ein weiterer Teilnehmer. Freies Parken in der Nacht sei ein Zugeständnis an diejenigen Bewohner, die spät Besuch oder Übernachtungsgäste willkommen heißen.

„Schicken Sie doch Busse durch das Quartier, dann müssen weniger Leute mit dem Auto hin.“ Frage eines Teilnehmers mit Alternativen.

Dieser Besucher macht sich Sorgen wegen der Vereine am westlichen Ende. Wenn dort nicht mehr frei geparkt werden dürfe, würde das arge Probleme aufwerfen. Allerdings, so konnte ihm klar gemacht werden, verkehren bereits Busse in diese Richtung – und auch wieder zurück zum Bahnhof. Die Haltestelllen sind an der Koblenzer Straße, unweit des Park-and-Ride-Parkplatzes. Anmerkung eines Busfahrers aus dem Publikum angesichts: „Ich will die Tour durch die Wiesenstraße nicht fahren.“ Denn dort ist es eng.

„Wieso gibt es keine Bewohnerausweise für Beschäftigte? Das ist geschäftsschädigend.“ Frage eines Teilnehmers, der die Autos seiner Mitarbeiter gut untergebracht wissen möchte.


Das Quartier Hammerhütte ist kein reines Wohngebiet. Dort finden sich auch Anwaltskanzleien, Architekturbüros, Handwerksbetriebe und Steuerberater. Die Sorge vieler: Die Beschäftigten indes finden keinen Platz mehr für ihre Autos. Der angrenzende Park-and-Ride-Parkplatz ist voll, Alternativen gibt es in ihren Augen nicht. Anspruch auf Bewohnerausweise Modell Hammerhütte haben jedoch nur Menschen, die dort auch gemeldet sind. Fachbereichsleiter Eckhard Weidt bietet eine Lösung . Er will sich mit der Leitung der Siegerlandhalle in Verbindung setzen. Möglicherweise bietet die Palette hinter dem Park Hotel Platz – gegen Bezahlung natürlich. Letztendlich sagt aber auch er: „Wir sind in der Stadt, da ist Parkraum ein knappes Gut.“

Was noch?
- Die Anwohnerversammlung in der Siegerlandhalle war die zweite Informationsveranstaltung.
- Das Vorhaben Bewohnerparkzone geht auf einen Antrag seitens der Anwohner im Oktober 2013 zurück.
- Wer einen Bewohnerausweis haben will, muss ihn im Rathaus beantragen und 25 Euro im ersten Jahr zahlen.
- Für die Verlängerung wird die Hälfte fällig, teilen die Verantwortlichen mit.

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