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Hamburg setzt auf Südwestfalen

24.03.2016 | 05:33 Uhr
Hamburg setzt auf Südwestfalen
Blick auf die Baustelle des Containerterminals in Kreuztal: Das Fundament für die erforderlichen Lärmschutzwände ist gelegt. Im kommenden Herbst soll die Anlage in Betrieb gehen.Foto: Marcel Krischik

Wilnsdorf/Kreuztal.   Kreuztal im Fokus: Netzwerkabend in Wilnsdorf zur Zukunft der Seefracht aus der Region.

„Südwestfalen ist der drittgrößte Industriestandort Deutschlands, der Hinterlandverkehr hier vor Ort ist uns genauso wichtig wie der von der Hamburger Kaikante aus“, sagt Rasmus Vöge mit Nachdruck. Damit ist der Manager in Diensten der Hamburger Hafen und Logistik AG einer Meinung mit Ingo Egloff und Volker Hahn von der Hafen Hamburg Marketing. Diese drei hatten den langen Weg aus der Hansestadt nach Wilnsdorf angetreten, um im Rahmen eines Netzwerkabends der Festhalle über die Zukunft der Seefracht in Südwestfalen zu informieren. Mitveranstalter war der Frachtenverbund STS aus Mudersbach, an diesem Abend vertreten durch Kai Kühner.

„Imaginäre Linie“ geht durch NRW

Die vier Fachleute messen dem wohl im Herbst dieses Jahres fertiggestellten neuen Containerterminal in Kreuztal große Bedeutung bei, waren die weiten Wege, die LKW von und zu den Terminals zurücklegen mussten, mitunter mit erheblichem Zeit- und Kostenaufwand verbunden. Gelangt demnächst die Fracht in Kreuztal auf die Schiene und steuert von dort aus die Seehäfen an, fällt das Umladen in den Binnenhäfen weg.

Vöge spricht von einer „imaginären Linie“, die durch Nordrhein-Westfalen verläuft und Seehäfen im Westen und im Norden trennt: „Diese Linie wollen wir zu unseren Gunsten verschieben.“ Sprich: nach Norden. Auch Hahn, der von Dortmund aus operiert und für Nord- und Westdeutschland zuständig ist, macht sich für einen „Sammelpunkt“ in Südwestfalen stark, um den kombinierten Güterverkehr voranzutreiben. Bedingung sei aber, dass Güterzüge, die bald in Kreuztal starten, auch voll ausgelastet sind. Denn erst mit einem hohen Schienenverkehrsaufkommen zögen auch weitere Interessenten nach.

Kai Kühner betrachtet die Sache differenziert. Ein Vorteil eines neuen Umschlagplatzes im Siegerland sei sicherlich die Entlastung für jene Unternehmen, die bisher Koblenz oder Köln ansteuerten. Jedoch: Bei etwa 200 geplanten Containerverladungen täglich würden die zusätzlichen Lkw die Straßen im Umland weiter verstopfen. Auch fragt Kühner sich beim Blick auf das Bau-Areal in der Kreuztaler Hüttenstraße: „Wo sollen die Lkw alle parken, wenn sie in Schüben kommen?“

Jene Unternehmen, die sich aktuell in Kühners Frachtenverbund zusammengeschlossen haben und ihre Seefracht nach Hamburg wünschen, zögen das rund 100 Kilometer weiter weg gelegene Terminal in Dortmund als Umschlagplatz noch vor. Denn: Weniger lange Standzeiten der Container bis zum Verladen der Güter kosten nun mal auch weniger.

Marcel Krischik

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2016-03-24 05:33
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