Haftstrafen für Einbrecher, die in Siegen zugeschlagen haben

Die in Siegen gefassten Einbrecher und Betrüger müssen Haftstrafen verbüßen.
Die in Siegen gefassten Einbrecher und Betrüger müssen Haftstrafen verbüßen.
Foto: dpa-Archiv
Was wir bereits wissen
Das Schöffengericht hat zwei junge Männer zu Haftstrafen verurteilt. Zwei der Opfer erzählen vor Gericht von Angst und Schlaflosigkeit. Ein Frau ist sogar umgezogen.

Siegen.. Das Schöffengericht hat zwei junge Männer zu Haftstrafen verurteilt. Sie waren im Herbst in zwei Siegener Wohnungen eingebrochen. Beide Männer kommen aus Georgien, haben in Deutschland Asyl beantragt, einer vorher auch schon in Frankreich. „ Das ist ein Armutszeugnis und es beschädigt das Ansehen aller Asylbewerber“, hält ein verärgerter Amtsrichter Uwe Stark beiden vor.

Tränen der Opfer im Prozess

Eine 34-jährige Siegenerin hatte Glück, ihre Wertsachen wurden sichergestellt. Die andere Frau (65) hat viele Schmuckstücke wohl für immer verloren. Geschenke von ihren Eltern und Schwestern. Beide Frauen können ein halbes Jahr später nicht ohne Tränen über den Vorfall sprechen, leiden unter Angstgefühlen, schlafen schlecht. Eine ist sogar umgezogen. „Da können Sie mal sehen, was Ihre Taten bewirkt haben“, sagt Staatsanwalt Florian Linz.

Der Staatsanwalt wirft den Männern außerdem vor, ein Auto von einem Gebrauchtwagenhändler in der Geisweider Straße gestohlen zu haben, mit dem sie von Siegen nach Stuttgart gefahren sind. Dort wurden sie verhaftet, in U-Haft kamen sie nicht, was bei den baden-württembergischen Ermittlern damals für Kopfschütteln sorgte (siehe Zweittext). Erst als sie im Dezember erneut in Siegen zuschlagen, werden sie in U-Haft geschickt.

Zuerst gibt der 41-jährige K., Georgier mit russischen Wurzeln, mit leiser Stimme die Einbrüche zu, verneint aber den Diebstahl des Autos, mit dem beide in Stuttgart erwischt wurden. Der Georgier D. (32) gibt einen gemeinsamen Einbruch zu, außerdem einen Tankbetrug auf dem Weg nach Stuttgart. Er habe damals bis zu 150 Euro täglich für Drogen gebraucht. Über seine Asylgründe will er nicht reden.

Kein Raum für Bewährung

Das Gericht verurteilt D. zu einem Jahr und drei Monaten Haft, K. muss für zwei Jahre und drei Monate ins Gefängnis. „Wenn Sie nicht abgeschoben werden“, ergänzt der Richter. Vor allem hat ihn und die Schöffen abgestoßen, „mit welcher Sachlichkeit und Gleichgültigkeit Sie über die Einbrüche gesprochen haben“. Für Bewährung oder eine Aufhebung der Haftbefehle sei überhaupt kein Raum, sagt Amtsrichter Uwe Stark.

So wurden die Täter von der Polizei in Siegen gestellt

Die Männer werden das erste Mal am 18. November 2014 zusammen mit einer Frau (33) in Stuttgart aufgegriffen. Schon damals besteht der Verdacht, dass sie für viele Einbrüche im Siegerland verantwortlich sind. Das Trio sitzt in einem grünen Honda, der am Wochenende zuvor bei einem Autohändler in Geisweid gestohlen wurde. Auch das SI-Kennzeichen ist geklaut, abgeschraubt von einem Lastwagen in der Geisweider Straße. In einer Tasche finden die Polizisten Einbruchswerkzeug. In U-Haft kommen die Männer nicht. Die Stuttgarter Nachrichten schreiben später in einem Bericht über Einbruchsdiebstähle, in Ermittlerkreisen habe das „für Kopfschütteln“ gesorgt.

Kriminalität Weniger Wochen später gehen die zwei Männer der Polizei erneut ins Netz – diesmal in Siegen. Am 9. Dezember werden sie nach einem Einbruch gefasst. In Siegen gibt es zu diesem Zeitpunkt eine Einbruchserie. Zwei Zivilfahndern, die ausschließlich damit beauftragt sind, Einbrecher aufzuspüren, fallen die Männer am Bahnhof auf. Sie verfolgten sie Richtung Hufeisenbrücke zum Wohngebiet in der Weststraße. Dort wird das Duo zwar zunächst aus den Augen verloren.

Festnahmen auf der anderen Seite des Flusses

Eine Kommissarin entdeckt die Männer aber wieder, als sie ein Mehrfamilienhaus in der Weststraße verlassen. Als sie angesprochen werden, flieht einer über die Freudenberger Straße. Er kletterte über eine Brüstung und springt vier Meter tief in die Alche. Auf der anderen Seite des Flusses nehmen ihn Polizisten fest. In seiner Hosentasche hat der Mann Wollhandschuhe, im Hosenbund stecken Schraubenzieher. Sie finden Schmuck, Uhren und einen Laptop bei ihm.

Es ist das Eigentum der Frau (34), die jetzt als Zeugin vor Gericht ausgesagt hat. An ihrer Wohnungstür findet die Polizei Einbruchsspuren. Die Tür steht offen. Das Schließblech liegt auf dem Boden. Die Wohnung selbst ist durchwühlt worden, Schubladen sind geöffnet und teilweise ausgeschüttet

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