Hängepartie um Hollywood
21.02.2012 | 16:22 Uhr 2012-02-21T16:22:00+0100
Kreuztal.Seit fünf Monaten herrscht Stillstand bei der Planung der Filmstudios in den früheren Novofermhallen: Nach dem plötzlichen Tod des Projektleiters Hartmut Florin aus Dillenburg hat die Familie des Verstorbenen, die maßgeblich das Unternehmen „arTTec-Studios“ bildet, keinerlei Hinweise gegeben, ob das im vorigen Jahr als „Hollywood in Kreuztal“ angekündigte Vorhaben verwirklicht wird.
Der mit der Planung beauftragte Architekt Paul Alhäuser aus Elkenroth hat unterdessen dieselben Erfahrungen gemacht wie auch Stadtbaurat Eberhard Vogel: Auf jegliche Versuche, Kontakt mit der Geschäftsführung von arTTec zu bekommen, gibt es null Resonanz. Ob schriftlich per Brief oder Mail, ob telefonisch: Rückmeldungen sind Fehlanzeige.
Verkehrsgutachten gar nicht erst bestellt
Der Mietvertrag zwischen arTTec und der am Niederrhein ansässigen Firma Novoferm, die bis 2008 in den weitläufigen Hallen zwischen Bahnlinie und Hagener Straße Garagentore herstellen ließ, hat nach wie vor Gültigkeit. Das hat das Unternehmen auf Anfrage bestätigt. Aber auch dort weiß niemand, ob und wann es weitergeht.
Angemietet hat arTTec – ebenfalls von Novoferm – Büroräume im Verwaltungsgebäude, das auch Siebau beherbergt und sich gegenüber den leer stehenden Hallen befindet. Ein Firmenschild hängt an einer Bürotür: Dahinter sollten die Mitarbeiter von Alhäuser längst über der Ausarbeitung der Pläne brüten.
Sechs Millionen Euro sollen dort investiert werden und dauerhaft über 100 Arbeitsplätze entstehen. Fünf Studios für Filmproduktionen und Großveranstaltungen sind geplant – ausgestattet mit modernster Technik.
Die Stadt Kreuztal hatte sich erst nach anfänglichem Zögern für das Projekt Filmstudios erwärmt. Denn das Novofermgelände stellt eine der letzten großen industriellen Nutzflächen dar (siehe Infobox). Deshalb überwog bei den Ratsfraktionen nach einer ersten Vorstellung des Vorhabens noch die Skepsis.
Nach und nach überzeugte Projektleiter Hartmut Florin die Fraktionen jedoch von seinem Vorhaben: vor allem unter der Bedingung, dass es für die Stadt kostenneutral bleibt. Das wurde sichergestellt, indem der Investor die Aufstellung eines Vorhaben- und Erschließungsplanes übernahm. Architekt Paul Alhäuser ist damit schon ziemlich weit gekommen. Nur: Derzeit hat er keine Order, was weiter geschehen soll. Nach Florins Tod gar nicht erst in Auftrag gegeben wurde das Verkehrsgutachten, das ein Siegener Uni-Professor übernehmen sollte.
Infrastrukturausschussvorsitzender Axel Ganseuer (SPD) steht dem Projekt immer noch positiv gegenüber und will abwarten. Nach seiner Kenntnis werde innerhalb der arTTec-Geschäftsführung überlegt, ob die Konzeption so bleibt oder in abgespeckter Form realisiert werde.
Arne Siebel hingegen, Sprecher der CDU im Rat und im zuständigen Infrastrukturausschuss, gehörte von Anfang an zu den Politikern, die sich Filmstudios an der städtebaulichen Engstelle nicht vorstellen konnten. Zuletzt stimmten er und seine Parteifreunde zwar für die Aufstellung des Vorhabens- und Erschließungsplanes: „Inzwischen habe ich auch Zweifel, das es weitergeht“, sagt Siebel.
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