Gymnasium befasst sich mit Flick
02.07.2008 | 20:00 Uhr 2008-07-02T20:00:00+0200Die Diskussion um den Namensgeber des Friedrich-Flick-Gymnasiums hat auch den Projekttag der Jahrgangsstufen 11 und 12 beeinflusst. Die Veranstaltung fand in der Stadthalle statt und war bewusst schulintern ausgerichtet.
Im ersten Teil wurde, wie die Schule nun in einer Pressemitteilung berichtet, das Leben Friedrich Flicks dargestellt. Unterstützt durch Bilder, Filmausschnitte und Zitate wurde Flicks Leben beleuchtet. Drei Schülerinnen der Jahrgangsstufe 11 hatten diesen Teil mit ihrer Geschichtslehrerin Kierdorf vorbereitet. Das kürzlich im „Spiegel” erschienene Interview mit einem polnischen Zwangsarbeiter wurde als fiktives Gespräch nachgestellt.
Thema des zweiten Teils war die Bedeutung der Flick-Stiftungen sowohl bei der Gründung des Gymnasiums als auch in den 39 Jahren danach. So war es etwa 1981 durch eine Spende der Flick-Stiftung Düsseldorf und eine Spendenaktion des Fördervereins möglich, einige damals noch teure Computer anzuschaffen und so als erste Schule im Siegerland das Fach Informatik anzubieten. Schulleiter Herbert Hoß berichtete von Förderung von Schülern durch die Stiftung. Einer Schülerin aus einem Land in Vorderasien wurde durch die Dr. Friedrich-Flick-Stiftung Gymnasium Kreuztal Sprach-Förderunterricht finanziert; sie konnte von der Hauptschule zum Gymnasium wechseln, dessen Oberstufe sie heute besucht.
Anschließend wurde die Ratsdebatte von 1988, in dem es um einen Antrag auf Umbenennung des FFG ging, als Rollenspiel vorgetragen. Die damals im Rat vertretenen Parteien wurden in ihren Stellungnahmen von Schülern zitiert. In einer von Schülern moderierten Podiumsdiskussion mit Schülern und Lehrern ging es um die Frage, ob die heutige Generation das Recht oder sogar die Pflicht hat, Entscheidungen früherer Generationen aufzuarbeiten, zu überdenken und gegebenenfalls zu korrigieren. Ein Ergebnis nennt die Pressemitteilung nicht, die die nicht öffentliche Veranstaltung als „wichtigen Beitrag zur schulinternen Aufarbeitung der Geschichte des Namensgebers der Schule” bezeichnet. Es habe Einigkeit bestanden, „dass die Entscheidung für den Namen des Gymnasiums heute aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet werden muss als 1968 oder auch 1988”.
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Einer Schülerin aus einem Land in Vorderasien wurde durch die Dr. Friedrich-Flick-Stiftung Gymnasium Kreuztal Sprach-Förderunterricht finanziert; sie konnte von der Hauptschule zum Gymnasium wechseln, dessen Oberstufe sie heute besucht.
Wäre netter, wenn den Kindern der Flickschen Zwangsarbeitern Bildungschancen ermöglicht würden