Gutachter hält Gärtner für glaubwürdig
22.03.2010 | 21:00 Uhr 2010-03-22T21:00:00+0100Siegen/Hilchenbach. Sie haben ihm den Weißdornstrauch um den Hals gelegt und zugezogen. Sie haben seinen Kopf auf einen Holzblock gedrückt und die laufende Motorsäge daran gehalten.
Manches, was dem 29-jährigen Gärtner Bernd D. von seinen Kollegen auf dem Hilchenbacher Bauhof angetan worden sein soll, erscheint unglaublich.
Doch Prof. Dr. Max Steller, Psychologe und Fachmann für Glaubwürdigkeitsgutachten, hatte am fünften Verhandlungstag der ersten großen Strafkammer am Landgericht Siegen nur wenig Zweifel. Bernd D., Opfer, Belastungszeuge und Nebenkläger, sei „mit hoher Wahrscheinlichkeit glaubhaft. Lügner würden sich anders darstellen.”
Unfähig zum Aufbau
eines Lügengebäudes
Steller ging auf die Differenzen zwischen polizeilicher Vernehmung im Herbst 2008 und der vor zwei Wochen begonnenen Hauptverhandlung ein, auf Erinnerungslücken und Fehlschlüsse – ob er zum Beispiel an einem Tag nach einem Einsatz auf der Hebebühne mit einem Knüppel oder der Faust geschlagen worden sei. Bei 149 Fällen, die von der Polizei ermittelt worden seien, und 60 Straftaten, die schließlich in die Anklage aufgenommen wurden, „könnte das jedem von uns passieren.”
Der Gutachter griff auch die Darstellung seines psychiatrischen Kollegen auf, der dem 29-Jährigen ein hirnorganisches Psychosyndrom diagnostiziert hatte – Folge eines in der Kindheit erlittenen Verkehrsunfalls: Er grüble nicht, träume nicht und phantasiere nicht; zum Aufbau eines Lügengebäudes sei Bernd D. schon verstandesmäßig nicht in der Lage.
Katzen-Tötung und
Wurstbrot-Raub
Am Beispiel der Knüppelschläge, die Bernd D. im Februar 2006 in der Müsener Friedhofshalle zugefügt wurden und einen Rippenbruch verursachten, ging die Verteidigung ins Detail. „Hilchenbach ist überaltert”, erklärte Dr. Klaus Przybilla seine Annahme, dass ein solcher Vorfall von Zeugen beobachtet worden sein müsse. Der Verteidiger des Hauptangeklagten hielt dem Zeugen vor, gegenüber Arzt und Vorgesetzten die Herkunft seiner Verletzung verschwiegen zu haben: „Ich kann nicht nachvollziegen, dass Sie nicht phantasiebegabt sind.” Bernd D. reagierte verwundert auf die Frage von Verteidiger Dr. Ulrich Endres, warum er nicht wenigstens die Angeklagten von den Rippenbruch in Kenntnis gesetzt habe. „Sollte ich sagen, wartet mal acht Wochen, dann könnt ihr wieder?”
Dr. Endres wollte vorgeführt wissen, wie die Knüppelschläge geführt wurden – seinem Vorschlag, einen der Mittäter zu mimen, folgte der Zeuge nicht. „Sie haben aber schön zugepackt”, sagte Dr. Endres, der dann selbst die Opfer-Rolle annahm, zu D., der mit der neuen Strategie durchaus einverstanden schien. Dr. Przybilla lehnte aber D.'s Angebot ab, sich nun auch den Weißdornstrauch um den Hals legen zu lassen – die für solche Gelegenheiten beschaffte Puppe wurde aus einem Nebenzimmer herbeigeholt. Durchgebrochen, wie Dr. Przybilla erwartete, ist der Zweig dann nicht. Der Ton wurde gereizter. „Meinen Sie wirklich, dass dieses Theater zielführend ist?”, fragte Oberstaatsanwalt Joachim Ebsen.
Bis zum Raub der Salami vom Pausenbrot und der lebendig in einen Häcksler geworfenen Katze drang das Gericht bei der Vernehmung zu den einzelnen Anklagepunkten am Montag vor. Begonnen hatte der Verhandlungstag mit dem Antrag von Verteidigerin Margrete Haimayer, die Protokolle der polizeilichen Vernehmung Bernd D.'s nicht mehr zu berücksichtigen, weil der Zeuge von der Dauer der Verhöre überfordert gewesen sei. Die Kammer wies den Widerspruch zurück. Der vernehmende Kriminaloberrat habe stets Pausen eingelegt.
04:23
Es ist seit jahrzehnten bekannt was in Hilchenbach und umgebung für ein Pack rumläuft!!! Habe selber rechte übergriffe erlebt,welche von der Polizei ignoriert und runtergespielt wurden! Aber das ist typisch für die verbohrte,konservative haltung gerade unter den Hilchenbacher bürgern! Wenn ich sone s****** lese wie die,die Frau Rühmkorf hier schreibt,bestätigt das alles was ich selbst erlebt habe! Todschweigen und sich selbst eine tolle welt in die taschen schwätzen,so kenne ich Hilchenbach!
22:44
Es wird immer wieder erzählt, dass Bernd D. glaubwürdig ist. Aber er hat zum Beispiel behauptet, dass die Angeklagten rechtsradikales Material und Waffen zu Hause hätten. Bei zwei groß angelegten Hausdurchsuchungen ist nichts gefunden worden. Jedenfalls nicht bei dem mir bekannten Friedrich M..
Er hat behauptet, die Stadt Hilchenbach habe versucht zu vertuschen! Die können das Gegenteil BEWEISEN. Glaubwürdig sieht für mich ganz anders aus !! Ich finde die Berichterstattung sehr einseitig! Das arme Opfer! Ich denke, die wirklichen Opfer haben ihren Ruf, ihre Arbeit und ihre Zukunftsperspektive verloren.Und das aufgrund UNGLAUBWÜRDIGER Anschuldigungen ! ( Das Gutachter sich irren, hat man schon oft genug gehört. Und oft mit schlimmen Folgen)
16:54
eine farce ist das ganze.
egal wie das urteil ausfällt!
jeder verliert!