Gut bereift und geschickt unterwegs

Siegen. „Jeder Autofahrer muss sich bei Glatteis darauf einstellen, dass sich schon geringste Fahrfehler gravierend auswirken können“, sagt Stefan Schmidt, Leiter der TÜV-Station in Siegen. „Bei glatter Straße sollte man daher seine Fahrweise anpassen und notfalls sogar Schritttempo fahren.“

Kommt es im Winter auf Glatteis und rutschigen Straßen zu einem Unfall, wird selbst derjenige, der nicht Unfallverursacher ist, in der Regel in die Schadensregulierung einbezogen – denn den Geschädigten trifft häufig eine Mitschuld.

Unfallanalysen vom TÜV

Im Falle eines Verkehrsunfalls auf glatter Straße zahlt in der Regel die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers – die Regulierung von fremden Schäden wird in der Regel von der Kfz-Haftpflicht übernommen. Dazu gehören sowohl Blech- als auch Personenschäden. Ist der Verursacher nicht zu ermitteln, springt die Voll- oder Teilkaskoversicherung ein.

„Es kann vorkommen, dass Versicherungen aufgrund von unangepasster Fahrweise die Zahlung ablehnen“, weiß Schmidt. In solchen Fällen sollte ein Rechtsanwalt kontaktiert und gegebenenfalls auf das Unfallprotokoll der Polizei verwiesen werden. Bei Zweifeln an der Schuldfrage können auch die Experten von TÜV Nord helfen. „Als amtlich anerkannte Sachverständige führen wir auf Wunsch eine Unfallanalyse durch oder erstellen ein Unfall- oder Schadengutachten, das auch von Polizei und Versicherungen anerkannt wird“, so Stefan Schmidt. Das schützt vor unberechtigten Forderungen und hilft, finanzielle Ansprüche durchzusetzen.

Der TÜV-Experte hat ein paar nützliche Tipps parat: . „Werden die Straßen plötzlich glatt, sollte man immer genügend Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern halten und hektisches Bremsen vermeiden“, rät Schmidt. Auch heftige Lenkbewegungen und starkes Beschleunigen vergrößern die Rutschgefahr. „Verlieren die Vorderräder trotzdem die Haftung, sollte man vorsichtig vom Gas gehen oder, wenn nötig, ganz leicht bremsen, damit die Reifen schnellstmöglich wieder haften.“ Um ein Durchdrehen der Räder zu verhindern kann es auch nützlich sein, im möglichst hohen Gang zu fahren.

Bei Glätte ist außerdem der Bremsweg länger als sonst. Daher sollte man die Fahrt am besten zusätzlich mit der Motorbremse verzögern. Kommt das Auto trotzdem mal ins Schleudern, hilft Auskuppeln und leichtes, gefühlvolles Gegenlenken.

Und vor allem sollten Autofahrer im Zeitraum von Oktober bis Ostern stets mit Winterreifen fahren. Wer ohne Winterreifen unterwegs ist, riskiert nicht nur einen Unfall, sondern auch ein Bußgeld und den Verlust seines Versicherungsschutzes.