Grünes Licht für dritte Siegener Gesamtschule

Bei nur sechs Gegenstimmen stellte der Rat die
Bei nur sechs Gegenstimmen stellte der Rat die
Foto: Florian Adam
Was wir bereits wissen
Die dritte Siegener Gesamtschule wird im Sommer 2016 den Betrieb aufnehmen. Der Rat stimmte mehrheitlich dafür. Bedenken gab es lediglich am Zeitplan.

Siegen..  Im Rat sprach sich eine große Mehrheit für die Verwaltungsvorlage und einen Zusatzantrag von CDU, SPD, Grünen und FDP aus. Standort werden die Gebäude der Realschule Am Schießberg und der Geschwister-Scholl-Hauptschule, die beide bis Sommer 2021 auslaufen.

Angst vor einem Schnellschuss

Der Wunsch nach der dritten Gesamtschule einte die Ratsmitglieder nach eigenem Bekunden durch alle Fraktionen. Die UWG allerdings hat Bedenken wegen des Zeitplans. Sie beantragte, den Start ein Jahr nach hinten zu verschieben, auf das Schuljahr 2017/18.

Lieber spät als nie

Fraktionsvorsitzender Hans-Günter Bertelmann warb mehrfach engagiert dafür. Das pädagogische Konzept der neuen Schule müsse erstellt werden, das Raumkonzept sei zu erarbeiten, die Haushaltsverträglichkeit des Vorhabens noch nicht wirklich abzusehen, der Zeitbedarf für eventuell erforderliche bauliche Veränderungen schlecht abzuschätzen. „Man kann das sicherlich mit der Brechstange machen“, sagte Bertelmann, „aber die Konsequenzen werden Schüler, Eltern und Lehrer tragen müssen.“ Er plädiere „dringendst“ dafür: „Die Maßnahme sollte die Zeit bekommen, die erforderlich ist.“

Weder die anderen Fraktionen noch die Verwaltung teilten die Befürchtungen. Wie André Schmidt, Leiter des Fachbereichs 5 der Stadt, ausführte, sei bereits eine Arbeitsgruppe mit Erstellung eines pädagogischen Rahmenkonzepts beschäftigt. Dieses werde sich im laufenden Betrieb des Schule weiterentwickeln. Auch die Frage nach der Eignung der Räume sei geklärt. Zudem würden die Schulkonferenzen der betroffenen Schulen noch angehört.

Die Linke votierte – bei Zustimmung zu einer dritten Gesamtschule – gegen „das Paket“, wie Fraktionschef Martin Gräbener betonte. Dieses sei „ein fauler Kompromiss“. Es umfasst auch die Zustimmung der SPD zum Schulzentrum Auf der Morgenröthe, zuvor von den Sozialdemokraten mehrfach kritisiert. Außerdem ist im Gesamtbeschluss die Schließung der Realschule Am Häusling enthalten. Die „Ruhe und Kontinuität“, die die Jamaika-Parteien und die SPD in ihrem Antrag für die Schullandschaft in Aussicht stellen, zweifelte Gräbener an, da eine Gesamtplanung fehle – und die Diskussion über die Zukunft eines Gymnasiums schon jetzt absehbar sei.

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