Großer Wurf entpuppt sich als Luftnummer
15.06.2011 | 20:16 Uhr 2011-06-15T20:16:00+0200
Die Siegener Schuldebatte erreicht einen neuen Höhepunkt: Der große Wurf in der Schulentwicklungsplanung entpuppt sich als Luftnummer, die angeblich so sachkundigen Politiker erweisen sich als wenig kompetent. Zuvor hatten sie noch groß getönt, dass sie keinen externen Sachverstand benötigen. Gemünzt war dies auf die Anregung, doch zum Beispiel das Angebot der Uni zu nutzen, um eine zukunftsfähige Schulplanung zu entwickeln.
Was danach zu Tage trat, war allerdings einmalig: Grobe handwerkliche Schnitzer, gepaart mit Trotz und Stursinn. Neun Monate wurde beraten, ohne auch nur ein Mal ins Schulgesetz zu blicken oder das Gespräch mit der Schulaufsicht zu suchen. Dort hätte man sofort – und nicht erst vor Beschlussfassung – auf die Fehler und Gesetzesverstöße hingewiesen.
Dass die Politik aber noch die Chuzpe besitzt, den fehlerhaften Beschluss durchzupeitschen und ihn noch vom Rat absegnen lassen zu wollen (auch hierzu waren die Formulierungen im Antrag ungenau), ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Jetzt soll der „Schwarze Peter“ nach Arnsberg geschoben werden. Die Siegener Schulpolitiker stellen sich stur, anstatt unter den neuen Erkenntnissen neu zu beraten und vielleicht nun doch die gemeinsame Lösung für alle drei Grundschulen zu suchen. Das schadet der Stadt, den Schülern und den Eltern. Ein peinliches Possenspiel in der Siegener Schuldebatte, welches im Juli in die nächste Runde gehen soll.
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