„Goldener Monaco“ belohnt den Blick für das Besondere

Siegen..  Sie haben sich schick gemacht, die Studenten, die vor der Siegerlandhalle stehen. Die Männer tragen Schlips, Hemd und die meisten sogar Anzüge. Die Frauen ziehen Schleppen hinter sich her, tragen transparente Kleider und viel Glitzer zur Schau. Ein bisschen wie auf einem Abiball sieht es beim Goldenen Monaco aus.

Marielies Tornier trägt ein königsblaues Kleid. Mit ihrer Freundin Gina Steinberg wartet sie auf den Einlass. Sie sind zum ersten Mal zum Goldenen Monaco gekommen und wissen nicht so recht, was sie erwarten sollen. „Lassen wir uns überraschen“, sagt Marielies Tornier und schon bald suchen sie sich einen Platz in den Stuhlreihen, nicht weit von der Bühne entfernt. Die Scheinwerfer tauchen das Publikum in bunte Lichtpunkte, als die Moderatoren Toby Nowak und Niklas Kreikebaum auf die Bühne kommen. „Heute ist zwar ein großes Finale, aber ich denke, das kann uns nicht den Rang ablaufen“, ruft Toby Nowak überzeugt und spielt auf das Fußballspiel in Berlin an.

Marielies Tornier lacht. 46 Filme wurden beim Goldenen Monaco eingereicht. Zahlreiche Nominierte haben viel Zeit geopfert und vielseitige Projekte auf die Beine gestellt. Eine dreiköpfige Jury hat die Einsendungen angeschaut und bewertet. Jetzt fiebern die Nominierten im Publikum mit und verfolgen auf der großen Leinwand über der Bühne, wie jeder einzelne sich und sein Projekt vorstellt.

Blick für das Besondere

Der erste Monaco wird vergeben. Die Leinwand wird dunkel und mit lauter Musik formt sich ein Bild des Gewinners. Nicolas Hecker darf auf die Bühne stürmen, seine Dokumentation „Schützenfest“ hat die Jury überzeugt. Als ein Ausschnitt gezeigt wird, lacht Gina Steinberg und flüstert ihrer Freundin etwas zu. Vielleicht lacht sie über das Skurrile, das in der Dokumentation gezeigt wird. Junge Männer, die sich von Mama den Anzug mit der Fusselrolle sauber machen lassen und mit dem Gewehr im Kinderzimmer stehen, Hello-Kitty-Aufkleber auf dem Spiegel im Hintergrund.

Die Studenten beweisen, dass sie den Blick für das Besondere haben. Mit ihren Kameras fangen sie Situationen und Bilder in künstlerischer Weise ein und erzählen mal Skurriles, mal Trauriges, mal Ernsthaftes aus ihrem ganz eigenen Blickwinkel.

Der Abend wird lang. Mit verschiedenen Zwischenacts, wie dem Sänger Denis und der Comedienne Lena Liebkind, wird das Programm aufgelockert. Es soll wie eine professionelle Filmpreisverleihung wirken, mit Publikumsinterviews und emotionalen Dankesreden.

Immer wieder flackern Bilder über die Leinwand, werden Nominierte vorgestellt, Trailer gezeigt. Gina Steinbergs und Marielies Torniers Favorit ist der Kunstfilm „Istanbul“. Daniel Wiegärtner entert als Preisträger die Bühne, ganz außer sich ruft er: „Ich kann es nicht glauben“ und obwohl er etwas kopflos wirkt, vergisst er nicht zu sagen, dass die harte Konkurrenz, die er in dieser Kategorie gehabt habe, tolle Filme gemacht und ebenfalls einen Preis verdient hätte.

Irgendwann nach einer langwierigen Selfie-Aktion, die bei einer großen Preisverleihung eben nicht fehlen darf, ist Schluss. Gina Steinberg und Marielies Tornier stehen draußen vor der Halle. Es ist kalt, die meisten frieren in den trägerlosen Kleidern. „Es war wirklich schön“, sagt Marielies Tornier. Gina Steinberg zieht es schon weiter auf die After Show Party, zum Tanzen und Feiern.

Die Preisträger der verschiedenen Genres

Mit dem Musikvideo „Matilda“ konnten Maria Popov, Benjamin Axtmann, Felix Köhler und Vincent Franken durchsetzen.

In der Kategorie beste Dokumentation gewann Nicolas Hecker.

Das beste Magazin lieferte das Team von Querstreifen, das zum Campus-TV gehört. Thema: „Macht“.

Daniel Wiegärtner gewann den Goldenen Monaco für den besten Kunstfilm mit „Istanbul“.

In der Kategorie Fiction siegte „Die Muffia“ von Viktor Stykow, Christof Ziegelberg, Jana Sieberath, Lukas und Benjamin Neufel.

Über den Zuschauerpreis freute sich das Team „Haardt am Limit“, das Indiana Jones auf die Jagd der verlorenen Bücher schickte.