Ginsburg ist Fall für den Richter

Hilchenbach..  Die Auseinandersetzung über die Sanierung der Ginsburg ist bei den Rechtsanwälten angekommen. Die Stadt befinde sich mittlerweile im Rechtsstreit mit den „ausführenden Akteuren“, sagte Baudezernent Michael Kleber auf Anfrage dieser Zeitung. „Die Bereitschaft zu kompletter Sanierung war nicht zu erkennen, also müssen wir das juristisch klären.“ So lange wird auch das Land NRW noch still halten.

Vor knapp einem Jahr hatte die Bezirksregierung von der Stadt Hilchenbach den Zuschuss über 56 000 Euro zurückgefordert, der aus Landesmitteln für die Fassadenrenovierung der Ginsburg gewährt worden war — wegen „fachlich mangelhafter“ Ausführung der Arbeiten. 2008 hatte der Siegerländer Burgenverein mit der Sanierung des Burgfrieds begonnen; Anlass war der marode, 20 Jahre zuvor aufgebrachte Putz. Insgesamt 200 000 Euro wurden veranschlagt. Im Rahmen der Sanierung wurden im Burgfried ein Ausstellungsraum und ein grünes Klassenzimmer eingerichtet und die Turmhaube ausgetauscht. Dort hat die Stadt auch eine Dependance ihres Standesamts eingerichtet. An den Kosten beteiligten sich Land, private Spender sowie die NRW-Stiftung.

2003 für einen Euro verkauft

2003 hatte der Burgenverein die Ginsburg dem Land für einen Euro abgekauft. Sie wurde fünf Jahre später eines der jüngsten Baudenkmale des Landes: Denn die Denkmalplakette befindet sich auf einem Bauwerk, das erst 1958 wiederaufgebaut worden ist. Die um 1050 errichtete Burg war verfallen, als der Rest des Bergfrieds 1893 gesprengt und Brücken und Vorburg geschleift wurden. Die Überreste der Burg sind als Bodendenkmal geschützt.