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Elli Tellmann

Geschickt gestrickt fürs Kinderhospiz

22.05.2009 | 19:52 Uhr
Geschickt gestrickt fürs Kinderhospiz

Socken und Babyschuhe in allen Farben: Elli Tellmann strickt sie täglich – und das für einen guten Zweck. Bereits zweimal konnte sie dem Kinderhospiz Balthasar den Erlös aus ihrer Handarbeit spenden. Erst vor drei Wochen erhielt die Olper Einrichtung rund 1 300 Euro von der 77-Jährigen.

Einen bequemen Sessel, Wolle und natürlich auch Nadeln. Mehr braucht Elli Tellmann nicht, um ihrer Lieblingsbeschäftigung nachzugehen. Das Stricken habe sie mit zehn Jahren gelernt – damals war sie dazu gezwungen.

„Wir haben nichts gekauft, sondern unsere Sachen selbst genäht”, erinnert sich die gebürtige Polin. Ihre Mutter habe die Wolle gesponnen und sie machte daraus dann Socken und Handschuhe für sich und ihre fünf Geschwister.

Mit einem Pferdewagen ging es für die Familie 1945 nach Helmstedt. An die Fahrt kann sie sich noch erinnern: „Wir fuhren im Januar, bei schlimmster Kälte.” 1948 begann die 17-Jährige eine Ausbildung zur Frisörin. Damals wusste sie schon, dass sie nicht in Niedersachsen bleiben würde. „Ich wollte in die Berge”, sagt sie.

Der Schwarzwald sei ihr Wunschwohnort gewesen. Ihr jüngster Bruder wohnte damals schon in Eiserfeld. Als sie ihn besuchte, verliebte sie sich in das Siegerland. 1952 kündigte sie ihre Anstellung und zog nach Niederschelden.

Dort lernte sie ihren Mann kennen und bekam vier Söhne. „Meine Kinder sind alle gesund und munter”, begründet sie den Wunsch, gerade das Hospiz zu unterstützen. „Mir tut es in der Seele weh, dass Kinder leiden müssen.”

Eine Freundin brachte sie vor wenigen Jahren auf die Idee, mit ihrem Hobby etwas Gutes zu tun. Elli Tellmann hat mittlerweile sogar einen festen Kundenstamm. Besonders ein spezieller Auftraggeber ist ihr in Erinnerung geblieben.

„Eines Tages wollte jemand zehn Paar rote Socken”, sagt die Seniorin und lacht. Die brauchte der Mann für seine Trachten. Da er aber auch ein Beerdigungsinstitut besaß, folgten den roten auch noch schwarze Strümpfe. „Mittlerweile habe ich wohl dreißig Paar für ihn gestrickt”, schätzt die 77-Jährige.

Im Durchschnitt schafft Elli Tellmann eine Socke, Größe 42, pro Tag. Besonders wenn draußen „Mistwetter” ist, setzt sie sich hin und strickt. Die Wolle spenden Freunde und Nachbarn.

Bald will sie in den Schwarzwald fahren. Denn obwohl sie selbst nicht dort hingezogen ist, hat es zwei ihrer Söhne nach Freiburg verschlagen. Die besucht sie immer noch gerne und regelmäßig.

Ihre Kinder seien alle schon lange aus dem Haus. „Ich freue mich, dass ich trotzdem noch gebraucht werde”, sagt sie – und greift zu ihrem Strickzeug.

Irmine Skelnik

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