Gerburg Jahnke und Gäste halten Humor in Frauenhand

Kreuztal..  Das Motto sagt schon alles: „Frauen an die Macht, Humor gehört in Frauenhand!“ Zwei Stunden lang kommen am Samstag überwiegend die Damen zum Lachen, und jene Herren, die keine Probleme damit haben, von den Vertreterinnen des anderen Geschlechts auf die gleiche Art vorgeführt zu werden, wie sie es selbst auch beim ein oder anderen „Vatertags“-Gespräch gerade am vergangenen Donnerstag vielleicht zelebriert haben…

„Ma gucken wer kommt!“: Unter diesem bewährten Motto hat Ex-Missfits und Immer-Noch-Komödiantin Gerburg Jahnke zum inzwischen dritten Mal in die Kreuztaler Stadthalle gebeten. Neben sehr vielen Zuschauerinnen und ein paar geplagten Herren im ausverkauften Parkett sind Frieda Braun, Hutzenlaub & Stäuble, Barbara Ruscher und Dagmar Schönleber der Aufforderung ihrer Kollegin gefolgt und dürfen sich am Samstagabend mit ihren spezifischen Stilrichtungen präsentieren. Das sorgt für einen bunten Unterhaltungs-Eintopf der etwas gehobenen Preisklasse, immer ein wenig zwischen nicht zu platter Comedy und tatsächlich exzellentem Kabarett hin und her wogend.

Es geht um Mütter, um das Erwachsenwerden und das Altern, mit frauenspezifischen Katastrophenszenarien angereichert natürlich. „Frau Jahnke“ selbst quetscht das Publikum mit eher harmlosen Dingen aus, ob die Damen in der ersten Reihe denn wohl noch Mütter hätten und was sie denen zum Muttertag verehrt hätten, später gibt es einen genüsslich bösen Einblick ins Familienleben der Gastgeberin, die einen eigenen Kerl zu Hause hat, der aber immer im Sommer, „der fängt für mich im Februar an“, in den Garten muss, wo er mit den anderen wilden Tieren röhren und grillen kann.

Sauerländer und Vegetarier

Dann sind da die ganz eigenen Momente von Hutzenlaub & Stäuble aus dem Lande der Eidgenossen, und da ist Dagmar Schönleber mit ihrem Geständnis, nicht mehr 14 sein zu wollen, mit all dem Stress des Beantwortens von Nachrichten und der ständig drohenden Diagnose von ADHS, was für sie mit „Ach der hat’s auch schon“ zu übersetzen ist.

Ein Genuss für jeden echten Siegerländer muss natürlich die Feststellung Gerburg Jahnkes sein, dass die Sauerländer doch „einfach nix“ hätten, außer Landschaft, die ihnen noch per Care-Paket geschickt werde: „Die schütten sie dann aus und steigen drüber weg.“ Nein, sie haben nichts, außer Frieda Braun alias Karin Berkenkopf, die mit ihrem trockenen Winterberger Humor und grandios feinen Wortwitz einer der Höhepunkte des Abends ist. Direkt gefolgt von Barbara Ruscher, die mit ihren Bosheiten gegen Vegetarier – „die sterben nicht, die verwelken“ – und den modernen Rabatt- und Sammelpunktwahn ein kabarettistisches Feuerwerk der Sonderklasse zündet. „Und so etwas denke ich mir aus, während Sie im Büro sitzen“, stellt sie genüsslich fest, nachdem die ganze Stadthalle „Gott ist Tofu“ mitgesungen hatte: „Unglaublich. Geht doch. Kreuztal tobt.“