„Gemeinsames betont“

Im Anschluss an die Lesung gibt Navid Kermani im Gespräch mit Apollo-Intendant Magnus Reitschuster vieles von sich und seinem Buch preis.

Über seine Heimatstadt Siegen: „Früher gehörte es zum guten Ton unter Gleichaltrigen, dass man aus Siegen wegwollte. Dieses Buch ist für mich eine Rückkehr.“

Über seine Lieblingsfiguren im Buch: „Das sind die Eltern von Jutta: Calvinistisch, freikirchlich, zugeknöpft, aber freundlich und gerechtigkeitsbewusst.“

Über seine Teilnahme als Moslem am Leistungskurs evangelischen Religion: „Wir, die schillerndsten Figuren unserer Stufe, wollten zusammenbleiben und gingen gemeinsam in diesen Kurs.“

Über Anschläge in Paris: „Bisher äußert sich vor allem die Zivilgesellschaft und es wird Gemeinsames betont, in Frankreich wie in Deutschland. Die Attentäter hätten gewonnen, wenn Marie Le Pen Präsidentin in Frankreich würde.“

Über seine Hoffnung: „Dass sich die Nächstenliebe der Christen, die Brüderlichkeit der Französischen Revolution und die Barmherzigkeit des Islam durchsetzen.“