Gemeinden haben das letzte Wort

Burbach..  Zum 75. und zugleich letzten Reformierten Gemeindeforum Südwestfalen sind über 80 Teilnehmer ins evangelische Gemeindehaus Burbach gekommen. Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller erläuterte aus theologischer Sicht, was in der evangelischen Kirche gilt und wer verbindlich sage, was zu gelten habe. Immer wieder müssten im gemeinsamen Hören auf die Schrift gemeinsame Lösungen für aktuelle Herausforderungen gefunden werden. Er erinnert an Fragen der Weltgestaltung, der Klimagerechtigkeit und auch an ethische Verbindlichkeiten. In der Kirchengemeinde Burbach habe die Flüchtlingsarbeit einen hohen Stellenwert erhalten.

Der Jurist Arne Kupke stellte heraus, welche Bedeutung das rechtliche Regelwerk einer Kirche des öffentlichen Rechts hat. In der Evangelischen Kirche von Westfalen gilt deren Kirchenordnung. Ihre Grundartikel können nicht geändert werde. Wenn sich die Zeiten ändern, so der Kirchenjurist, würden sich auch die Regeln ändern können, nicht jedoch die Presbyterial-Synodale Ordnung. Dies bedeute, dass die Leitung der evangelischen Kirche immer nur in Gruppen erfolge von auf Zeit gewählten Personen.

Heraus aus den Grauzonen

Im Gespräch wurde deutlich, dass in Konfliktfällen die Gemeinde zu entscheiden hat und die Landeskirche nicht von „oben“ hineinregiert. Pfarrer Armin Pulfrich, Erlöser-Kirchengemeinde Siegen, bat darum, die Grauzone der Zulassung von Kindern zum Abendmahl zu beenden. Dies gelte ebenso für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare. Bei nur zwei Gegenstimmen sei die geltende Regelung in großer Einmütigkeit beschlossen worden. Sie lasse Freiheiten für Entscheidungen der Gemeinden und der Pfarrer. Nun werde eine gottesdienstliche Ordnung erarbeitet. Hierbei werde es sich nicht um eine Trauung handeln, sondern um einen öffentlichen Segnungsgottesdienst einer Partnerschaft.

Presbyterin Monika Benfer, Bad Laasphe, sprach sich dafür aus, beim Umgang mit Grundvermögen die Gestaltungsbedingungen vor Ort seitens der Landeskirche großzügiger zu genehmigen. . Kupke gab zu bedenken, dass der Umgang mit Grundvermögen aus gutem Grund sehr konservativ gehandhabt werde. Bei Währungsreformen zum Beispiel sei der Besitz von Grundvermögen nicht zu unterschätzen.

Pfarrer Ulrich Schlappa, Büschergrund, vermisst die evangelische Profileindeutigkeit bei Publikationen der Landeskirche. Er nannte Beispiele aus der Jugendarbeit, der Diakonie und der Flüchtlingsarbeit.Es sei nicht immer leicht, den geeigneten Weg zu beschreiten, merkte Möller an, Formuliere und gestalte man Publikationen fromm, erreiche man bestimmte Menschen nicht. Er sehe aber auch die Gefahr der Selbstsäkularisierung.