Gemeinde muss Transporte zum Windpark ermöglichen

Wilnsdorf..  Bürger aus Gernsdorf ärgern sich darüber, dass Windräder für den hessischen Nachbarort Dillbrecht über ihre Straßen transportiert werden sollen. Das wurde in der Ratssitzung deutlich. Ein Anwohner hatte dem Windkraftbetreiber verboten, über sein Grundstück zu fahren. „Die Gedenkstätte am Sportplatz muss deswegen abgebaut werden“, sagte Bürgermeisterin Christa Schuppler. Sonst kämen die Transporter nicht über die enge Strecke in den hessischen Nachbarort. „Die Gemeinde darf dem Betreiber die Wegebenutzung nicht versagen“, stellte Schuppler klar.

Dass das Holzkreuz und die Bank abgebaut werden sollen, erzürnte mehrere Bürger im Zuschauerraum. „Wieso müssen christliche Werte der Windkraft weichen?“, fragte Johannes Müller. Er engagiert sich mit seiner Bürgerinitiative „Erhaltet die Kalteiche“ gegen Windräder.

Das Thema kam auf die Tagesordnung der Sitzung, weil zwei Ratsmitglieder eine Anfrage an die Bürgermeisterin gestellt hatten. Darin heißt es, dass die Bürgermeisterin dem Grundstückseigentümer Flächen der Gemeinde zum Tausch angeboten haben soll. Schuppler sagte, dass der Anwohner daran kein Interesse gehabt habe. Deshalb scheide diese Möglichkeit aus.

Schulplanung mit Nachbarstädten

Ebenfalls um das Thema Windkraft soll es in einem Bürgerbegehren gehen. Damit sollen die Wilnsdorfer Bürger gefragt werden, ob neue Windkraftanlagen nur mit einem Abstand von mindestens zwei Kilometern zum nächsten Wohngebiet errichtet werden sollen. Bürgermeisterin Schuppler wies darauf hin, dass dann keine neuen Windräder mehr in Wilnsdorf gebaut werden könnten. Die drei Bürger, die das Begehren angemeldet haben, baten um eine Schätzung der Kosten. Das Begehren kann nur zustande kommen, wenn mindestens 1360 Bürger unterschreiben. Ein weiteres Thema war die Schulentwicklung. Für die Hauptschule in Wilnsdorf gab es für das kommende Schuljahr 17 Anmeldungen. Das ist ein Schüler weniger als nötig. Deshalb hat die Verwaltung eine Ausnahmegenehmigung bei der Bezirksregierung beantragt, um trotzdem eine Klasse fünf bilden zu können.

Die CDU-Fraktion beantragt, mit den Nachbarkommunen von Wilnsdorf die Schulentwicklung gemeinsam zu planen, damit Burbach, Neunkirchen, Netphen, Siegen und Wilnsdorf künftig nicht mehr um die immer weniger werdenden Schüler konkurrieren. Eine interkommunale Arbeitsgruppe soll Grundlagen erarbeiten und die in die politische Diskussion bringen. Der Antrag wurde zur Diskussion in den Schulausschuss verwiesen.