Gedränge um die leere Stadtkasse

Rathaus Hilchenbach
Rathaus Hilchenbach
Foto: WP

Hilchenbach..  Drei Projekte aus dem Entwicklungskonzept „Hilchenbach und seine Dörfer“, das im Zuge der Regionale-Bewerbung entstanden ist, beschäftigen die Kommunalpolitik auch in diesem Jahr: der Kulturelle Marktplatz Dahlbruch, der Bau des Dorfplatzes Grund und die Umgestaltung des Bürgerhauses Helberhausen. Daneben tun sich allerdings auch in und an den städtischen Schulgebäuden Baustellen auf, über die der Bauausschuss am Mittwoch, 7. Januar, ab 17 Uhr im Ratssaal sprechen wird.

Schulen

Die Florenburgschule soll sich auf ein Provisorium einrichten — so lange, bis die Kinderzahlen so weit zurückgegangen sind, dass die vorhandenen Räume ausreichen. Eng ist es dort geworden, weil zehn Kinder mit offiziell festgestelltem Unterstützungsbedarf und weitere sechs bis zwölf Kinder in einer „Basisgruppe“ sonderpädagogisch gefördert werden. Zudem wächst der Bedarf der offenen Ganztagsgrundschule: In die Schule wachsen die Kinder hinein, deren Eltern bereits in den Kitas für sie die 45-Stunden-Betreuung in Anspruch genommen haben. Außerdem müssen Kinder aus entlegenen Stadtteilen versorgt werden, zu denen es keine regelmäßige Busverbindungen gibt — bemerkbar macht sich die Schließung der Grundschule Allenbach. Um-, An- und Dachausbauten schließt Kämmerer Udo Hoffmann aus: „Letztendlich bleibt mir nur der Vorschlag der Containerlösung.“ Für fünf Jahre soll der Pavillon aufgestellt werden; neben der jährlichen Miete von 28 000 Euro werden einmalige Anschlusskosten von 51 000 Euro veranschlagt.
Die Erneuerung der Raumlufttechnik ist fällig: In der Turnhalle der Realschule wurde damit begonnen. Für den Gymnastikraum der Realschule ist der Beginn der Sanierung nicht absehbar. Bei einem Ausfall seien Halle, Duschen und Umkleide nicht mehr nutzbar, heißt es in der Vorlage, „Schimmelbefall ist zu jeder Jahreszeit zu befürchten.“ Komplett aus dem Programm verschwunden ist die Maßnahme für die Ballsporthalle; den bewilligten Landeszuschuss musste die Stadt verfallen lassen.

Dorfentwicklung

Sollten die Sponsorenmittel von insgesamt 600 000 Euro von den dazu berufenen „Botschaftern“ (Ex-Landrat Paul Breuer, Ex-SMS-Personalchef Andreas Weber) rechtzeitig eingeworben werden, geht es mit dem Kulturellen Marktplatz weiter. Für diesen Fall stehen 60 000 Euro für Planungskosten bereit.
Der Dorfplatz Grund kostet 98 000 Euro. Im Etat veranschlagt ist nichts — der Bauausschuss müsste dafür auf ein anderes Projekt verzichten. Zwischenzeitlich wurde gestückelt und gesammelt. 12 000 Euro wären noch aufzubringen gewesen, um einen ersten Bauabschnitt zu stemmen. Doch weil die Stadt wegen des Nothaushalts ihren Eigenanteil nicht bereitstellen konnte, hat sich auch die Dorfgemeinschaft beim Spendensammeln zurückgehalten. Nun setzt die Stadt auf Dorferneuerungs- und Tourismusförderungsmittel sowie vor allem auf eine erfolgreiche Bewerbung als Teil der Leader-Region „Quartett mit Weitblick“.
Auch das Bürgerhaus Hel­berhausen kommt nicht vor 2016 an die Reihe; erneut setzt die Stadt auf „Leader“. Rund 387 000 Euro werden gebraucht, um die ehemalige Grundschule umzubauen und den neueren Anbau abzureißen; der Verkauf des dadurch gewonnenen Baugrundstücks soll zur Finanzierung beitragen.

Lange Liste mit unerfüllten Wünschen

Am längsten ist die Liste der Maßnahmen, für die die Stadt kein Geld hat. Dazu gehören die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses Grund (110 000 Euro), der Ausbau der Dr.-Moning-Straße, den der Kämmerer nur veranschlagen will, wenn die Beitragssätze der Anlieger erhöht werden, und die weitere Renaturierung des Langenfelder Bachs.

Um die 2,5 Millionen Euro beträgt der Bedarf für die Bauunterhaltung, verfügbar sind knapp 600 000 Euro. Die 36 000 Euro für die Sanierung der Dahlbrucher Friedhofshalle hat der Kämmerer auch nicht; einen Bürgerantrag, die Halle instandzusetzen, hatten Bau- und Hauptausschuss erst 2014 zurückgewiesen.