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Diakonie-Mitarbeiter

Für Tarifverträge, Streikrecht und Verfassung

09.06.2010 | 18:35 Uhr
Für Tarifverträge, Streikrecht und Verfassung
Beschäftigte und Personalräte von Betrieben der Diakonie demonstrieren für einen Betriebsrat und Streikrecht für evangelische Kirche und Diakonie. Foto: Alex Völkel

Siegerland.Für gute Löhne und normale Arbeitsbedingungen gingen die Beschäftigten in der Diakonie und der evangelischen Kirche am Mittwoch landesweit mit Aktionen auf die Straße.

Auf der Bahnhofstraße in Siegen demonstrierten Mitarbeitervertreter der ev. Kindertagesstätten, des Kirchenkreises, der Diakonischen Sozialdienste, der Diakonischen Altenhilfe, der ev. Stiftung Friedenshort, des Jung-Stilling-Krankenhauses, der Diakoniekliniken Kredenbach, des Bethesda-Krankenhauses, der Diakonischen Pflege und Reha sowie der gewerblichen Tochterunternehmen der Diakonie. Die gewerkschaftlichen Vertrauensleute der Einrichtungen vertreten rund 3500 Mitarbeiter der verschiedenen Diakonie-Einrichtungen.

Die dringendsten Punkte, die nach Meinung der Mitarbeitervertreter geregelt werden müssten, sind Überstunden, Befristung von Arbeitsverträgen, Leiharbeit und Outsourcing von Leistungen. Die Mitarbeiter von Diakonie und Einrichtungen der ev. Kirche finden sich im Zwiespalt zwischen den moralisch-ethischen Ansätzen der Einrichtungen und der Umsetzung von rein unternehmerischen Entscheidungen wieder.

Aus diesem Grund fordern die Vertrauensleute vor allem die Einführung von Tarifverträgen und ein Betriebsverfassungsgesetz. Außerdem wollen sie endlich das Streikrecht zuerkannt haben. Das soll nun gerichtlich durchgesetzt werden. Vor dem Arbeitsgericht in Bielefeld scheiterte diese Forderung in der ersten Instanz. Für die Berufungsverhandlung vor dem Landesarbeitsgericht in Hamm gibt es noch keinen Termin. Aber „es geht hier um eine grundsätzliche Frage“, so die Demonstranten, „das Streikrecht muss durchgesetzt werden, und wenn es bis zum Europäischen Gerichtshof geht.“

Seit über zehn Jahren kämpfen die Diakonie- und Kirchenkreismitarbeiter für dieses Recht. Früher wurden ihre Bezahlung vom Bundes-Angestelltentarifvertrag (BAT) geregelt. Seit die Einrichtungen privatwirtschaftlich geführt werden, habe sich das deutlich geändert.

Georg Maag

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Kommentare
16.06.2010
22:03
Für Tarifverträge, Streikrecht und Verfassung
von Ein Diakoniker | #3

Lieber Frodo, den Herrn der Ringe als Märchen für Erwachsene finde ich ja auch gut, aber die Argumente, die du lieber Hobbit da anführst sind altbekannt und sind leider von damals. Sichere Arbeitsplätze werden schnell relativ wenn Einrichtungsteile ausgegliedert werden, die Altersversorgung ist, wenn noch ein Altvertrag vorhanden ist, am öffentlichen Dienst orientiert. Doch leider findet eine abkopplung vom öffentlichen Dienst statt mit einer Einkommensspirale nach unten (verzögerte, reduzierte Lohnübernahme, verringertes Urlaubs und Weihnachtsgeld, etc.)

Und nicht die Gewerkschaft versucht neue Mitglieder zu regenerieren sondern wir Mitarbeiter organisieren uns. Denn Gewerkschaft ist die stärkste Kraft die wir Schwachen haben!. Ein wenig abgedroschen der Spruch, stimmt aber immer noch.

10.06.2010
17:02
Für Tarifverträge, Streikrecht und Verfassung
von regal | #2

Naja, so herum sollte man nicht denken, finde ich: nicht die Unterkante als Richtschnur nehmen, son-dern (z.B. gewerkschaftlich) erreichte Standards sollten bei ALLEN Arbeitnehmern selbstverständlich sein. Niemand sollte sich verheizen lassen. Über Ver.di kann man sich streiten, aber es ist eine Tat-sache, dass es OHNE Gewerkschaften (die übrigens die Tarifverhandlungen auch für Nichtorganisier-te Arbeitnehmer führen) für uns schon längst sehr viel schwerer wäre.
Also ich schlage vor:
Statt missgünstig auf die besseren Bedingungen anderer zu gucken, sollten sich Arbeitnehmer nicht alles gefallen lassen und versuchen, auch für sich bessere Bedingungen zu erstreiten.
Es verkaufen sich viel zu viele unter Preis! Wir verkaufen nicht nur unsere Arbeitskraft, sondern auch unsere Lebenszeit. Ich freue mich über jeden, der sich nicht auch noch für dumm verkaufen lässt und gegen die heutigen Zumutungen im Berufsleben aufsteht und wünsche den Mitarbeitern der Diakonie viel Erfolg.
Übrigens: Ich würde auch für chinesische Löhne arbeiten, wenn wir hier chinesische Lebenshaltungs-kosten hätten...

10.06.2010
14:06
Für Tarifverträge, Streikrecht und Verfassung
von Frodo25 | #1

Relativ sichere Arbeitsplätze, zusätzliche Altersversorgung und noch manches andere, was nicht jeder Arbeitnehmer hat, lassen die Proteste etwas seltsam anmuten.

Ich vermute als Hintergrund eher, dass die Gewerkschaft Verdi versucht, in de nur spärlich gewerkschaftlich orientierten kirchlichen Mitarbeiterschaft, Neumitglieder zu generieren.

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