Für Tankstellen ist Netphen attraktives Pflaster

Netphen..  Die Tankstellen-Landschaft in Netphen wächst: Auf dem Gelände des Raiffeisen-Markts („Kornhaus“) bei der alten Ziegelei wird in diesen Wochen eine neue Tankstelle gebaut, die bisher schon vorhandene Diesel- und Autogas-Zapfanlagen ergänzt, und auch der Nachbar nebenan hat Baupläne.

Dass Netphen ein interessantes Pflaster für Diesel- und Super-Käufer ist, lässt sich Tag für Tag am Kreisel Frohnhausener Straße besichtigen. Um an eine Zapfsäule der — freien – Belloil-Tankstelle zu gelangen, nehmen Autofahrer Wartezeiten und wohl auch die eine oder andere Blech-Delle beim Rangieren im Fahrzeug-Gewusel auf dem beengten Gelände in Kauf. Die Erweiterungspläne, in die auch ein noch bebaubares Nachbargrundstück einbezogen wird, lagen bereits dem Stadtentwicklungsausschuss vor.

„Wir können das nicht steuern“, sagt Bau-Fachbereichsleiter Erwin Rahrbach über die derzeitige und die künftige Tankstellen-Baustelle. Das Vorhaben der ­Agravis Kornhaus Westfalen-Süd berührt noch nicht das Schutzgebiet für das Grundwasserwerk Siegtal — die B 62 bildet dort die Grenze. Die Erweiterung am Kreisel fügt sich in die dort übliche Bebauung ein; mehr muss der Bauherr nicht leisten, weil die Stadt für diesen Bereich keinen Bebauungsplan aufgestellt hat. In der Netphener Ortsmitte bekommen Autofahrer, die über die Industriestraße auch die freie Tankstelle Felsch erreichen, die Auswahl zurück, die sie vor dem Bau der Ortsumgehung hatten: Damals musste die Tankstelle Krengel („Tante Betty“) dem Kreisel weichen.

Die beiden anderen Siedlungsschwerpunkte bleiben weiße Flecken auf der Tankstellen-Landkarte: Die Tankstelle in der Kölner Straße in Deuz gibt es längst nicht mehr, die Avia-Tankstelle in Dreis-Tiefenbach wurde ebenfalls aufgegeben — ihr hat der Fotokünstler Joachim Gies im vorigen Jahr ein Denkmal gesetzt, indem er ihr das Titelbild seines Bildbandes „Abgetankt“ über ehemalige Tankstellen und ihre heutige Nutzung gewidmet hat.

Preiskampf macht sich bemerkbar

Die Konzerne finden sich erst an den Rändern: Esso in Grissenbach und Aral in Werthenbach. Die große Auswahl, vermutet Bau-Fachbereichsleiter Rahrbach, könnte sich auf die Preise auswirken. Spürbar war das am Dienstagnachmittag nicht: 1,119 kostete der Diesel bei den freien Tankstellen, die Markenanbieter nehmen einen Cent mehr. 1,269 ist der Preis für Super E 10 bei den Freien, die allerdings an einigen Standorten in Sidegen und Wilnsdorf noch einen Cent billiger sind.