Das aktuelle Wetter Siegen 13°C
Umgehungsstraßen

Für Hilchenbach wenig Entlastung

15.11.2007 | 18:58 Uhr

Sie möchten, dass der Durchgangsverkehr ihr Dorf in Ruhe lässt. Die Bürger von Grund ließen sich jetzt von einem ausgewiesenen Fachmann über die Wirkung der geplanten Umgehungen informieren: Prof. Dr. Jürgen Steinbrecher.

Der Verkehrsexperte der Uni Siegen referierte im Dorfgemeinschaftshaus über die verschiedenen Varianten, von denen zunächst die „Südumgehung” im Stadtgebiet im „vordringlichen Bedarf” des Bundesverkehrswegeplans steht. „Der ist Gesetz - da lässt sich kaum noch etwas machen”, sagte Steinbrecher, der auf Einladung der FDP-Stadtverbände Kreuztal und Hilchenbach gekommen war.

Info
FAKTEN

In Kreuztal sehr wirksam

  • Bei etwa 19 000 Fahrzeugen am Tag ist in Kreuztal die Belastungsgrenze für eine zweispurige Straße fast erreicht.
  • Deshalb erziele eine Umgehung dort den größten Effekt. Im Hilchenbacher Stadtgebiet werde hingegen kaum noch eine Entlastung erzielt, weil dort vor allem „Ziel- und Quellverkehr” eine Rolle spielt.
  • Grundsätzlich sei es schwierig, in der Region zu vertretbaren Kosten der Landschaft angepasste Straßen zu bauen.

Zwar soll eine Kette von Orstumgehungen bis Hattenbach die besiedelten Bereiche entlasten - doch gerade im Gebiet der Stadt Hilchenbach sei der Effekt recht gering, erklärte Steinbrecher. Denn während noch im Stadtgebiet Kreuztal der Verkehr auf der B 508 bald an die Kapazitätsgrenze stoße, nimmt er weiter oben im Ferndorftal stetig ab. „Wichtig ist, dass der Verkehr im Ferndorftal versickert.” Lediglich acht Prozent des Verkehrs auf der B 508 in der Stadt Hilchenbach seien „echter Durchgangsverkehr.” Mancher orstkundige Fahrer nimmt außerdem die Abkürzung über Grund: „Jedes zweite Fahrzeug über die K 31 hat nichts mit Grund zu tun”, beschrieb Steinbrecher das „kleine Problem” des Hilchenbacher Ortsteils. „Allerdings sind die Fahrzeugmengen mit 150 bis 160 ziemlich gering.” Dass die Kreuztaler Südumgehung für Kreuztal eine starke Entlastung bringt, mache diesen Teil für die Kreuztaler FDP „sinnvoll”, erläuterte der Kreuztaler FDP-Fraktionschef Frank-Wieland Frisch. Allerdings nur diesen Teil: „Was uns besonders stört an der FELS (Ferndorf-Eder-Lahn-Straße, d.Red.) ist, dass sie entsprechend Verkehr anzieht.” Deshalb sei eine Fortführung über die örtliche Umgehung Kreuztals hinaus abzulehnen.

Der Lkw-Verkehr werde jedenfalls von einer leistungsfähigen Verbindung durchs Rothaargebirge profitieren, sagte Professor Steinbrecher. Jedoch herrsche inzwischen auch eine „gewisse Verunsicherung: Stichwort demographischer Wandel. Es gibt erste Prognosen, die schon wieder nach unten gehen.”

Klaus-Peter Eilert

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/2093370/create

Aktuelle Fotos und Videos
Zeltparty mit Gentleman
Bildgalerie
KulturPur 2012
Die Topacts von Kultur Pur
Bildgalerie
Kultur Pur 2012
Kultur Pur mehr als Musik
Bildgalerie
KulturPur 2012
Tanzhommage an Queen
Bildgalerie
Kultur Pur 2012
Aus dem Ressort
Alte Straßen-Ideen sind nicht vergessen
Wieder aufgerollt
Wenn Kreisverkehrsausschuss und Kreistag über die Wünsche für den nächsten Bundesverkehrswegeplan entscheiden, können alte Debatten neu geführt werden.
Die Herrgottschnitzer aus dem Setzetal
Handwerk
Eine steile eiserne Treppe führt hinauf zum Garagen-Obergeschoss von Gerd Engelhard im Niedersetzener Brachhain 37. Niemand vermutet am Ende dieser Himmelsleiter etwas Besonderes.