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Jahresrückblick 2015

„Frischer Wind“ und Abschied in Freudenberg 2015

01.01.2016 | 16:00 Uhr
„Frischer Wind“ und Abschied in Freudenberg 2015
Am Gambachsweiher beginnen aufwändige Sanierungsarbeiten.Foto: hn

Freudenberg.   Eine neue Bürgermeisterin, der Abschied von einer eigenständigen Sparkasse und der Ausbau von Willkommenskultur: Der Rückblick 2015 für Freudenberg.

Das Jahr 2015 in Freudenberg stand im Zeichen der Bürgermeisterwahlen im Herbst.

Politik

Eckhard Günther, seit 1999 Chef der Verwaltung, hatte zeitig bekannt gegeben, dass er für eine vierte Amtszeit nicht zur Verfügung stehe. So mussten die Parteien sich nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten umsehen: Nicole Reschke (SPD) setzte sich gegen Heide Batz (CDU) durch.

Gleich nach der Wahl von Reschke forderte eine neue, von SPD und AL mit der Bürgermeisterin gebildete Mehrheit die Rücknahme der Nachhaltigkeitssatzung, die mit dem Haushalt 2014 verabschiedet worden war. Damit war die Festlegung auf eine weitere Erhöhung der Grundsteuer B vom Tisch und ein Wahlversprechen eingelöst. Kämmerer Jörg Schrader muss nun das Loch stopfen.
Bilanz: Dass der „neue Wind“ gleich so kräftig durch das Rathaus blasen würde, war nicht absehbar. Es dürfte in Freudenberg in den nächsten Jahren noch spannend werden.

Sparkasse

Verloren hat Freudenberg Anfang Mai seine eigene Stadtsparkasse, die den wirtschaftlichen Zwängen folgend mit der großen Nachbarin in Siegen fusioniert wurde.
Bilanz: Vermisst wird die ortsnahe persönliche Beratung, wie SPD-Sprecher Arno Krämer feststellte.

Schulen

Die Mindestgrößenverordnung für Förderschulen wirkte sich auch auf die Osterbergschule aus. 63 Schüler reichten nicht mehr für die Eigenständigkeit aus, sodass nur der Zusammenschluss mit der Pestalozzi-Schule in Siegen blieb.

Projekte
Weiher saniert und Bahnviadukt abgerissen

Gambachsweiher. Nach jahrelanger Vorarbeit wurde im Frühjahr endlich mit der Sanierung dieses industriegeschichtlichen Denkmals begonnen, das wegen seiner Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung Freudenbergs einen hohen Stellenwert hat.

Wilhelmshöhe-Nord. Das geplante Gewerbegebiet auf dem Ischeroth liegt nach wie vor den Bürgern aus Büschergrund und Bühl im Magen. Die Staatskanzlei in Düsseldorf hatte ihre Bedenken gegen den Flächenverbrauch zurückgestellt.

Technikmuseum. Der Anbau wird Mitte August fertig. Dort entsteht ein außerschulischer Lernort.

Bahnviadukt. Abgerissen wurde ein Überbleibsel der vor 30 Jahren stillgelegten Bahnstrecke Kirchen-Olpe im Gambachtal. Die Politik war davon nicht angetan, dass dies ohne Ab- oder Rücksprache geschehen war. Die Verwaltung indessen sah sich im Recht, da die ungenutzte Eisenbahnbrücke nicht unter Denkmalschutz stand.

Stützmauer Bahnhofstraße. Ein leidiges Thema, das zwei Jahre nach Feststellung der nicht vorhandenen Verkehrssicherheit unerledigt geblieben ist. Immer noch ist nicht entschieden, in wessen Eigentum sich die marode Mauer befindet. Im neuen Jahr soll die Klärung der Verhältnisse herbeigeführt werden.

Fußgängerzone. Wieder auf der Tagesordnung, aber ohne Ergebnis: Die gewünschte Sperrung von Teilen der Altstadt für den Fahrzeugverkehr während der Sommermonate wurde aufgeschoben.

Die Gesamtschule entwickelte sich planmäßig weiter und ist für Freudenberger Kinder ein attraktiver Lernort geworden. Noch mehr, wenn die millionenteure neue Mensa bald fertig ist, die im ehemaligen Hallenbad errichtet wird.
Bilanz: Das Bildungsangebot in Freudenberg ist dank des neuen Schulsystems breit gefächert.

Freibad

Das Freibad im Gambachtal feierte Ende Mai das 50-jährige Bestehen. Seine Zukunft ist – allen Aussagen der Politik zufolge – ungefährdet, wurden doch in diesem Sommer erhebliche Sanierungs- und Renovierungsarbeiten vorgenommen. Frühestens im Jahr 2019 kommt das Thema wieder auf den Tisch.
Bilanz: Die Zukunft des Schwimmens ist zwar vertagt, bleibt aber auf der Agenda.

Flüchtlinge

Freudenberg hat die Aufnahme von Flüchtlingen dank der guten Zusammenarbeit der Stadt mit dem Netzwerk aus Kirchen, Parteien, Vereinen und Verbänden gemeistert. Über 300 Menschen mussten in städtischen und angemieteten Unterkünften beherbergt werden. Dass die Wartezeit bis zur Erledigung der Asylanträge so lange dauert, ist nicht das Versäumnis der Kommune. Dennoch gingen am Wochenende vor Weihnachten vorwiegend syrische Flüchtlinge auf die Straße und protestierten gegen den aus ihrer Sicht unhaltbaren Zustand. Die neue Bürgermeisterin überzeugte sie davon, dass die Verantwortung an anderer Stelle zu finden sei.
Bilanz: Freudenberg tut, was nötig ist, und mehr. Dazu trägt eine inzwischen ausgeprägte Willkommenskultur bei.

Abschied

Verabschiedet hat sich am Jahresende der langjährige CDU-Fraktionschef Peter Kulik. An seine Stelle wird im neuen Jahr Alexander Held treten.
Bilanz: Frischer Wind also nicht nur in der Verwaltung.

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„Frischer Wind“ und Abschied in Freudenberg 2015
„Frischer Wind“ und Abschied in Freudenberg 2015
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2016-01-01 16:00
Nachrichten aus Siegen, Kreuztal, Netphen, Hilchenbach und Freudenberg