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Freudenberger Archiv will Köln 300 Regalmeter zur Verfügung stehen

23.03.2009 | 21:00 Uhr
Freudenberger Archiv will Köln 300 Regalmeter zur Verfügung stehen

Auch die Stadt Freudenberg bietet Köln für die Unterbringung von Akten aus dem eingestürzten Stadtarchiv Platz zum Zwischenlagern an.

Die ältesten Dokumente reichen zurück bis ins 16. Jahrhundert. Es sind Gerichtsakten über einen Prozess zwischen Freudenberg und Plittershagen einerseits und dem Grafen von Hatzfeld-Wildenburg andererseits. Um das Jahr 1558 stritten sich die Parteien über die Errichtung eines Bauernhofs auf dem Rauhen Bühl.

Diese Protokolle und andere historische Papiere gelangten allerdings erst im 19. Jahrhundert nach Freudenberg. Damals wurde das Nassauische Hauptarchiv in Dillenburg neu geordnet. Alle Unterlagen, die den Niederlanden, Hessen oder Preußen zustanden, wurden an 28 Behörden übermittelt. Unter den Empfängern war auch Freudenberg mit zwei Akten - eine enthielt die Gerichtsprotokolle.

Lange Jahre musste Stadtarchivar Detlef Köppen allerdings um den Erhalt dieser und ähnlicher Originale bangen. Denn das Gedächtnis der Stadt Freudenberg befand sich im Keller des Uraltbaus der Grundschule Freudenberg. Die Räume wiesen eine hohe Luftfeuchtigkeit auf. Viele der rund 5000 Archivalien waren von Schimmelbefall bedroht. So war der Rathausneubau mit seinem vollklimatisierten Untergeschoss ein Segen für die grauen Kartons, die nun seit einem halben Jahr sicher und trocken in einem modernen Regallager untergebracht sind.

Es ist sogar so viel Platz dort vorhanden, dass Freudenberg der vom Einsturz ihres Archivs betroffenen Stadt Köln angeboten hat, mittelfristig 300 laufende Regalmeter als Zwischenlager zur Verfügung zu stellen. Das geschah direkt am Tag nach dem Unglück; Freudenberg schloss sich vielen anderen Kommunen an. Denn Köln wird erst in einigen Jahren der Archivneubau zur Verfügung stehen. Bis dahin wäre Freudenberg bereit, aufbereitete und lagerfähige Archivalien für den großen Nachbarn im Westen zu konservieren - sofern das Angebot angenommen wird.

Seit 1815 einigermaßen

kompletter Bestand

Das Freudenberger Stadtarchiv ist im Vergleich zu dem in Köln bescheiden ausgestattet: Der Hauptbestand beginnt mit den Akten der Königlich-Preußischen Bürgermeisterei, die von 1815 bis 1843 existierte. Die nachfolgenden 125 Jahre der Existenz des Amtes Freudenberg sind ebenfalls einigermaßen komplett erfasst. Akten aus der 1969 gebildeten Stadt Freudenberg dagegen befinden sich fast ausschließlich in den zuständigen Fachämtern und füllen Schränke im gesamten Rathaus.

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