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Stadtentwicklung

Freudenberg will Kultur von unten

19.02.2013 | 21:13 Uhr
Freudenberg will Kultur von unten
Frank Leske mit seinen schrägen Köpfen beim Kulturflecken Silberstern.

Freudenberg. Freudenberg hat einige „herausragende Kulturträger“, die seit Jahren mit ihren Angeboten das kulturelle Leben in der Stadt bereichern: Das war keine überraschende Erkenntnis bei der Auftaktveranstaltung zum Pilotprojekt Kulturentwicklung, an dem Freudenberg als eine von wenigen Kommunen in Südwestfalen teilnimmt.

Moderiert wird dieser Prozess von Reinhart Richter, der im Auftrag des Landschaftsverbandes mit den Akteuren in kleineren Städten und Gemeinden das bereits vorhandene Potenzial deutlich machen und Möglichkeiten suchen will, wie dieses erhalten beziehungsweise ausgebaut werden könne.

Richter sagte, es gehe darum einen Prozess in Gang zu setzen, in dem die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung, Kulturschaffende, Kulturförderer und Kulturinteressierte qualifizierte Informationsgrundlagen für kulturpolitische Entscheidungen erarbeiten könnten: für eine Kultur von unten – nicht zuletzt auch unter dem Aspekt der finanziellen Probleme in den meisten Kommunen.

Zielkonferenz am 21. März

Diskutiert wurde nach der so genannten „Weltcafé-Methode“, bei der die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken herausgearbeitet werden. Nächste Gelegenheit ist die Zielkonferenz am Donnerstag, 21. März, ab 16 Uhr im Rathaus-Saal. Dabei soll die Vision schon in strategische Ziele münden: „Was wollen wir erreichen?“ und „Wie wollen wir es erreichen?“.

Ein „Open Space“, eine offene Werkstatt, am 6. April ist der letzte Arbeitsschritt, bei dem Vorschläge für die Verwirklichung der Ziele gesammelt, diskutiert und bearbeitet werden. Es geht ganz konkret darum, was geschehen muss, um die Ziele zu verwirklichen, ob neue Strukturen geschaffen, neue Projekte eingeleitet werden müssen.

Zentraler Ansprechpartner fehlt

Die Kommunikation der Vereine in den Freudenberger Stadtteilen, die meist dörflichen Charakter haben, funktioniert problemlos. Doch schon die Abstimmung über die Stadtteile hinaus lasse zu wünschen übrig, stellte Reinhart Richter fest. Ein zentraler Ansprechpartner für die Vereine bei der Stadt werde vermisst.

Kultur im Bereich der Altstadt ist ebenfalls mit einem Fragezeichen versehen. Die Möglichkeiten sind begrenzt, zumal die Altstadt vor allem Wohnort ist, wo das Bedürfnis der Bewohner auf Privatsphäre vor der Nutzung als Veranstaltungsort gehe.

Starke Künstlerkolonie

In der Stadt gibt es allerdings „eine starke Künstlerkolonie“, die mit Sonderausstellungen das Angebot bereichert. Als wichtiger Beitrag zur Förderung der Kulturarbeit für Jugendliche gilt die Musikschule, die mit ihren rund 350 Schülern nach ihrem Umzug in das Gebäude an der Schulstraße gute Bedingungen vorfindet. Besonderen Stellenwert hat auch die Stadtbücherei im KulTourBackes, die ein umfangreiches Medienangebot vorhält.

Einen wesentlichen und viel beachteten Part im Kulturleben der Stadt finden die Feste sowohl im Stadtkern als auch in den Stadtteilen. Altstadtfest, Mittelaltermarkt, Weihnachtsmarkt und Backesfeste sind als Termine im jährlichen Veranstaltungsreigen gesetzt.

Alleinstellungsmerkmal

Ein Alleinstellungsmerkmal im kulturellen Bereich zu finden, wie es große Städte mit Musicals, Museen und Theatern haben, sei für eine Stadt von der Größenordnung Freudenbergs indes nicht realistisch, obwohl mit Freilichtbühne und Technikmuseum zwei Kulturträger über die Region hinaus agieren.

Fazit der Visionskonferenz: Freudenberg soll sich auf Machbares konzentrieren und dafür gezielt um Publikum werben.


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