Frau versteckt Babyleichen in Kühltruhen – Anklage erhoben

In dieser Bonner Wohnung lebte die Frau. Im März soll der Prozess vor dem Landgericht Siegen starten.
In dieser Bonner Wohnung lebte die Frau. Im März soll der Prozess vor dem Landgericht Siegen starten.
Foto: Archiv/dpa
Was wir bereits wissen
Es kommt zum Prozess wegen zweifachen Totschlags gegen die Frau (32) aus Siegen, die die Leichen ihrer Neugeborenen in Tiefkühltruhen versteckt hatte. Prozessbeginn soll im März sein.

Siegen.. Der Siegener Staatsanwalt Patrick Baron von Grotthuss hat Anklage erhoben gegen die Mutter, deren Babys im August vergangenen Jahres in einer Tiefkühltruhe im Siegener Stadtteil Niedersetzen und in einem Eisfach in Bonn aufgefunden wurden. Der Vorwurf lautet Totschlag.

Prozessbeginn ist wahrscheinlich im März, sagt der Jurist am Donnerstag. Das Papier werde in Kürze zugestellt. Die 32-Jährige soll ihre Söhne nach den Geburten im September 2013 und im August 2014 entweder aktiv getötet oder sich selbst überlassen haben.

Gutachter: Kinder bei der Geburt „lebensfähig und voll ausgebildet“

Im Sommer 2014 entdeckte die Großmutter der Beschuldigten im elterlichen Haus im Siegener Stadtteil Niedersetzen eine gefrorene Babyleiche. Die Eltern der 32-Jährigen informierten die Polizei. Beamte entdeckten daraufhin in der Bonner Wohnung der Frau eine weitere Leiche eines Säuglings, ebenfalls tiefgefroren. Gegenüber der Polizei soll sie ausgesagt haben, die Kinder jeweils in eine Plastiktüte gepackt und dann in die Kühltruhe und ins Eisfach gelegt zu haben. Die Ermittler zitierten rechtsmedizinische Untersuchungen, wonach die Kinder bei der Geburt „lebensfähig und voll ausgebildet“ waren und „geatmet“ haben.

Laut Staatsanwaltschaft hat sich die 32-Jährige nicht um die Kinder gekümmert oder „möglicherweise die Atmung blockiert“. Zeichen von Gewalt seien nicht festgestellt worden. Die Beschuldigte sitzt seit den Leichenfunden in Untersuchungshaft.

Die genaue Todesursache der laut Anklage lebensfähigen Kinder konnten die Gutachter bisher nicht klären. Insgesamt listet die Anklage 22 Zeugen und sieben Gutachter auf, mit denen die Vorwürfe belegt werden sollen.

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