Frau an Weiterfahrt gehindert - Radfahrer zieht Schlüssel
07.08.2012 | 13:01 Uhr 2012-08-07T13:01:32+0200
Siegen. Weil er wohl mit dem Fahrstil einer Dame nicht einverstanden war, handelte ein Rennradfahrer in Siegen ziemlich aggressiv: An einer roten Ampel riss er die Fahrertür auf, zog den Schlüssel aus dem Zündschloss und warf ihn weg.
Am Sonntag, 5. August, um 14.50 Uhr präsentierte sich ein bislang unbekannter Rennradfahrer auf der Siegener Sandstraße (Fahrtrichtung stadteinwärts) in ungewöhnlich aggressiver Haltung, nur weil er offenbar mit dem Fahrstil einer 61-jährigen PKW-Fahrerin aus Wilnsdorf nicht einverstanden war. Vor einer roten Ampel riss der Radfahrer plötzlich die Fahrertür des PKW auf, beugte sich in das Fahrzeug der Wilnsdorferin und zog den Schlüsselbund aus dem Zündschloss, so dass die Frau nicht mehr weiterfahren konnte. Anschließend warf er den Schlüsselbund auf den Gehweg und flüchtete in Richtung Bahnhof Siegen.
Die Halterung des Schlüsselbundes sowie die Armbanduhr der 61-Jährigen wurden bei dieser Aktion leicht beschädigt. Die Wilnsdorferin selbst wurde leicht verletzt. Der flüchtige Radfahrer war 25-30 Jahre alt, etwa 180 cm groß, schlank, sportlich, bekleidet mit einer grün-gelben Warnweste und fuhr ein Rennrad. Die Polizei ermittelt jetzt gegen den Rennradfahrer wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung und Nötigung. Hinweise zur Identität des Flüchtigen nimmt das Siegener Verkehrskommissariat unter 0271-7099-0 entgegen.
19:26
als aktiver Hobby-Radrennfahrer kann ich pers. sagen, daß sich die weitaus meisten Autofahrer absolut rücksichtsvoll benehmen. Es ist auch viel Interpretations-Spielraum dabei. Man muss sich als Radler nicht immer gleich bedroht fühlen.
Ausnahmen sind tatsächlich oft ältere Fahrer, die Radfahrer offensichtlich nicht als "vollwertige" Verkehrsteilnehmer wahrnehmen. In den 40/50/60er Jahren war Radfahren eben was für "arme Schweine", als Sport wird es nicht wahrgenommen. Habe mir schon mehrfach vom Senior anhören dürfen "Radfahrer gehören auf den Gehweg".
Na klar, mit 50 km/h und Dackelschneidern über den Gehweg ballern (!!)
Statt aber wie hier den Schlüssel zu ziehen, soll es ja böse Jungs geben, die an der nächsten Ampel bei Rot einfach die hintere Beifahrertür aufmachen und Hackengas in die nächste Seitenstrasse geben. Autofahrer muss dann aussteigen, rumrennen, Tür wieder zumachen und hat hoffentlich was dabei gelernt.
14:40
Ich habe auch nicht gesagt, dass ich es gut heiße. Aber es wird ja eine vorgeschichte gehabt haben. Niemand tut das ohne Grund. die Meisten Verkehrsteilnehmer, egal womit sie unterwegs sind, suchen die Fehler nämlich immer beim anderen oder erkennen sie nicht.
13:02
@#2: mich würd mal interessieren, was sie sagen würden, wenn ihnen an der ampel jemand die tür aufreißt und den schlüssel abzieht.
mal ehrlich, was sind das für manieren? wenn das jeder machen würde, wäre die siegener innenstadt dicht und man könnte leute auf den gehwegen nach ihren schlüsseln suchen sehen.
Die meisten Radrennfahrer sind selber Autofahrer, benehmen sich aber, sobald sie auf dem Rad sitzen, wie Graf Rotz. Wahrscheinlich hat die Autofahrerin nichts gemacht, außer sich an die Regeln gehalten und der Radfahrer wird sich in seiner sportlichen Fahrweise eingeschränkt gefühlt haben. Die nächste Tour de France kommt bestimmt...
18:59
Er wird schon seinen Grund gehabt haben, 61-jährige mit PKWs sind für Radfahrer schon mal ein rollendes Hindernis, oder se hat die vorfahrt genommen. Irgendwas wird ihn schon aufgeregt haben, was die Frau bestimmt bis jetzt noch nicht verstanden hat.
13:19
Ich kann weder Autofahrer noch Radrennfahrer so richtig gut leiden. Aber schlimmsten sind aber die Querfeldein-Fahrer, die mit einem Affentempo aus dem Unterholz geschossen kommen.