Forum erörtert Thema Flüchtlinge

Keine einfachen Antworten, aber die Bereitschaft zur Hilfe: Die zunehmende Anzahl an Flüchtlingen stellt Politik und Kirchen vor neue Herausforderungen.
Keine einfachen Antworten, aber die Bereitschaft zur Hilfe: Die zunehmende Anzahl an Flüchtlingen stellt Politik und Kirchen vor neue Herausforderungen.
Foto: Hendrik Schulz
Was wir bereits wissen
Das Siegener Forum Soziales rückte das Thema Flüchtlinge und Asylsuchende in den Fokus.

Siegen..  Das Siegener Forum Soziales rückte das Thema Flüchtlinge und Asylsuchende in den Fokus. In zwei Gesprächsrunden diskutierten Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie aus den beiden großen Kirchen und den freikirchlichen Gemeinden miteinander.

„Die Stadt Siegen hat keine einfachen Antworten“, Siegens Bürgermeister
Eine Absage in Sachen Patentrezept erteilte Steffen Mues. Und verdeutlichte zugleich die Probleme, die eine Kommune mit steigendem Zuweisungsdruck zu bewältigen habe. Allein nach Siegen seien seit Jahresbeginn 137 Flüchtlinge gekommen. Die Verwaltung erfahre von neuen Zugängen mitunter erst am Tag vor der Anreise. Nichtsdestotrotz müssten die Menschen angemessen untergebracht werden, „ihre Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt“. Allerdings fühlt Steffen Mues sich von Bund und Land allein gelassen: „Wir tragen 80 Prozent der Kosten.“ Das mache in Siegen jährlich drei Millionen Euro. Geld, das an anderen Stellen fehle.

„Wir sind eine gastfreundliche Gemeinde“, Burbachs Bürgermeister
Spätestens als er erstmals die Bilder sah, die den Misshandlungsskandal in der ehemaligen Siegerlandkaserne zeigte, war Christoph Ewers klar, das die Vorfälle „weitreichende Folgen haben“ würden. Die Zeit danach sei hart und lehrreich gewesen. Sie habe aber auch gezeigt, welch überaus erfreuliches Potenzial in der Gemeinde in Sachen Gastfreundschaft, Solidarität und Willkommenskultur steckt. Nicht zuletzt habe die Umwandlung der Flüchtlingsunterkünfte in Burbach und Bad Berleburg in Aufnahmeeinrichtungen neuen Typs ab Mai (wir berichteten) Modellcharakter für ganz Deutschland. Von dieser politischen Vorreiterrolle, die auch jenseits der Grenzen Siegen-Wittgensteins diskutiert werde, sprach ebenfalls Landrat Andreas Müller.

„Gegen den ersten positiven Eindruck haben die Menschen keine Chance“, ev. Pfarrer in Burbach
Bereicherung ist ein wichtiger Ausdruck im Wortschatz des Geistliche. Die Menschen, die in der Einrichtung untergebracht sind, nehmen an Gottesdiensten teil. Eine Welle der Hilfsbereitschaft erreiche die ehemalige Luftwaffenkaserne. Eine Episode am Rande: Die Gemeinde habe einen Bus gekauft. Jochen Wahl sammelte das Geld ein und bekam eines Tages einen Anruf. Wie viel Geld braucht ihr, habe der Mann am andern Ende der Leitung gefragt. 10 000 Euro, antwortete Jochen Wahl. Wie wäre es mit 2000 diesen Monat – und in den nächsten zwölf?

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