Forstamt – Angst vor Wölfen im Siegerland unbegründet

Forstamtsleiter Diethard Altrogge ist sicher: Spaziergänger im Siegerland müssen keine Angst vor dem Tier haben.
Forstamtsleiter Diethard Altrogge ist sicher: Spaziergänger im Siegerland müssen keine Angst vor dem Tier haben.
Foto: Sonja Riedel
Seit zu Jahresbeginn ein Wolf zwischen Eiserfeld und Neunkirchen gesichtet wurde, häufen sich die Meldungen über weitere Beobachtungen. Was ist dran?

Siegerland.. Vor zwei Monaten ist ein Wolf zwischen Eiserfeld und Neunkirchen-Salchendorf in eine Fotofalle getappt. Viele Menschen sind immer noch aufgeregt deswegen, einige haben sogar Angst. Die Aufregung führt dazu, dass immer mehr – angebliche – Wölfe gesichtet werden.

Viele wissen gar nicht, wie ein Wolf aussieht

Das hat auch das Forstamt Siegen-Wittgenstein festgestellt. „Es haben schon sehr viele Menschen bei uns angerufen und einen vermeintlichen Wolf gemeldet“, sagt Leiter Diethard Altrogge. Er hat einige kuriose Meldungen mitbekommen. Ein Mitarbeiter von ihm sei an einer Ampel von einer Frau angehalten worden. Sie sagte, sie habe frühmorgens einen Wolf gesehen und ihn auch mit ihrer Handykamera fotografiert. „Und dann haben wir das ausgewertet und es stellte sich als kleines Füchslein heraus“, sagt Altrogge.

Wölfe Auch im sozialen Netzwerk Facebook diskutieren viele Menschen aus der Gegend darüber. Mehrere Nutzer fürchten sich davor, dass sie bei einem Spaziergang im Wald auf einen Wolf treffen könnten. Ein Nutzer fühlt mit den Besitzern von Kaninchen oder Hühnern, die „jetzt nochmal alles etwas besser absichern müssen wie gegen den Fuchs, um ihre Lieblinge oder die ihrer Kinder zu schützen“. Der Nutzer postet mehrere Artikel. In einem heißt es, dass eine Joggerin in Alaska von Wölfen getötet worden sei. In einem anderen geht es um Wölfe in Brandenburg, die „gefährlich ohne Scheu“ seien.

Ein totes Reh ist selten ein Wolfsopfer

Drei Wolfsbeauftragte gibt es im Forstamt. „Für uns ist es ganz wichtig, dass die Beobachtungen wirklich stichhaltig sind“, sagt Altrogge. Wenn Spaziergänger ein totes Reh im Wald finden, heißt das nicht zwangsläufig, dass es von einem Wolf gerissen wurde. „Das kann ja auch durch einen Verkehrsunfall verendet sein – und dann waren da nachts andere Tiere dran.“

Tiere Wer ein solches Reh findet und sich nicht sicher ist, sollte es auf jeden Fall liegen lassen und den Wolfsbeauftragten informieren. „Der nimmt dann eine Probe für die DNA-Untersuchung. Das kann man auch mit einem Tropfen Urin oder einem Tropfen Blut machen.“ Erst dann wisse man sicher, ob es sich um die Spur eines Wolfs handele.

„Bei einer vermeintlichen Wolfsspur ist es uns ganz wichtig, dass die Leute beim Fotografieren einen Maßstab daneben legen, zum Beispiel einen Zollstock“, erklärt Altrogge. Oder eine Streichholzschachtel. Damit könne recht einfach die Größe der Spur dokumentiert werden. Um die Fußspuren eines Wolfs von denen eines Hundes oder Fuchses unterscheiden zu können, muss man sich die ganze Spur ansehen: Wölfe laufen geradeaus, während Hunde hin und her laufen. Das Maß zwischen zwei Wolfs-Schrittlängen beträgt 1,25 Meter.

Wölfe haben Angst vor Spaziergängern

Der Wolf auf dem Foto ist vermutlich schon längst wieder weg aus dem Siegerland. Und selbst wenn nicht, müssen Spaziergänger keine Angst vor ihm haben. „Einzelne Wölfe sind sehr scheu und laufen weg, bevor Spaziergänger sie überhaupt sehen können“, sagt Altrogge. Vom Wolf aus der Fotofalle gehe also überhaupt keine Gefahr aus.

Die Überzeugung teilen auch ein paar andere Nutzer bei Facebook. Einer schreibt zum Beispiel, er freue sich darüber, dass „er sich überhaupt in unsere Wälder traut“.