Forschen im Weltraumlabor

Vertragsunterzeichnung im Weltraumlabor, von links: Dr. Rolf-Dieter Fischer, Rebecca Laubenbacher, Dr. Richard Bräucker, Dr. Jochen Dietrich
Vertragsunterzeichnung im Weltraumlabor, von links: Dr. Rolf-Dieter Fischer, Rebecca Laubenbacher, Dr. Richard Bräucker, Dr. Jochen Dietrich
Foto: WP

Allenbach..  Ortstermin für Schulleiter Dr. Jochen Dietrich beim deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln: Wo sonst der deutsche Astronaut Alexander Gerst trainiert, steht Dietrich mit seiner Kollegin Rebecca Laubenbacher und freut sich über den Abschluss eines monatelang erarbeiteten Projekts: Eine Kooperation zwischen dem Siegerländer Gymnasium und dem deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Erster Kontakt im Sommer 2013

„Damit schärfen wir erneut unser naturwissenschaftliches Profil. Die Zusammenarbeit mit dem DLR wird sich nicht nur in Exkursionen, sondern auch und gerade im alltäglichen Unterricht zeigen“, erklärt Dietrich, während er im Originalmodell des ISS-Forschungsmoduls „Columbus“ steht.

Dass man am Gymnasium Stift Keppel stets schon weiter hinaus dachte, zeigt die Vergangenheit. Seien es schulinterne Wettbewerbe mit selbst gebauten Wasserraketen oder der Start eines mit Kameras bestückten Wetterballons in die Stratosphäre im Sommer 2013. „Damals intensivierte sich der Austausch zwischen dem DLR und Stift Keppel“, so Sebastian Funk, der das damalige Unterrichtsprojekt leitete. „Irgendwann kam man seitens des DLR auf uns zu und fragte, ob wir Interesse an einer engeren Zusammenarbeit hätten“.

Bevor es jedoch soweit kommen konnte, mussten einige Hürden genommen werden, denn das Kooperationsprogramm „DLR_School“ war bereits ausgelaufen. Für die engagierte MINT-EC Schule aus dem Siegerland wurde jedoch ein Weg gefunden, sozusagen als Nachrücker in den erlesenen Kreis der DLR-Kooperationsschulen zu kommen. So eröffnen sich nun für Schüler der Oberstufe besondere Einblicke in die Forschungsarbeit der Weltraum-Ingenieure. In den DLR_School_Labs bauen die Gymnasiasten in Zukunft nicht nur Raketen, erforschen das Verhalten von Mikroben in der Schwerelosigkeit und untersuchen Kometen, das DLR erforscht auch die Optimierung von Brennstoffzellen und Flugzeugflügeln sowie deren Flugeigenschaften.

„Einmal im Jahr wird es eine Exkursion an den DLR Standort Köln für besonders interessierte Schülerinnen und Schüler geben“, sagt MINT-Koordinatorin Rebecca Laubenbacher. Unterstützung bei Praktika, Facharbeiten und anderen schulischen Projekten sind weitere Formen der Kooperation, die der Vertrag festschreibt. Sie freut sich über die Bereicherung des gut aufgestellten Fachbereichs Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, kurz MINT. Das Gymnasium Stift Keppel ist seit 2013 Teil von MINT-EC, dem deutschen Exzellenz-Netzwerk von Schulen MINT-Schwerpunkt.

Vielzahl an Berufen kannenlernen

Für die Schüler kann die Kooperation auch ein Gewinn im Hinblick auf die spätere Berufswahl sein. Das DLR bietet ein breites Spektrum in den technischen und wissenschaftlichen Berufen. Und wer weiß, vielleicht starten bald nicht nur Wetterballons von Stift Keppel aus ins All.