Flüchtlings-Quartier an Winchenbachschule in Siegen

Die Sporthalle der Winchenbachschule könnte eine übergangsweise Bleibe für Flüchtlinge werden.
Die Sporthalle der Winchenbachschule könnte eine übergangsweise Bleibe für Flüchtlinge werden.
Foto: WP
Der Zustrom von Flüchtlingen reißt nicht ab. Die Stadt Siegen prüft, Menschen kurzfristig der Sporthalle der Winchenbachschule unterzubringen. Auch Container schließt sie nicht mehr aus.

Siegen.  . Allein bis zur Mitte dieses Jahres wurden der Stadt Siegen 291 Menschen zugewiesen. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor. Im gesamten Vorjahr waren es insgesamt 219 Personen. „Wir stehen unter enormem Druck“, sagt Stadträtin Babette Bammann. Deshalb prüfe die Stadt derzeit eine ganze Reihe an Optionen, um die Flüchtlinge unterzubringen:

Winchenbachschule

In der Sporthalle der ehemaligen Hauptschule soll eine neue Notunterkunft entstehen. Den entsprechenden Planungsauftrag wolle sie in Kürze erteilen, teilte Bammann auf Anfrage mit. Das Objekt eigne sich gut, es verfügt über eine Küche und Sanitärbereiche. Ein weiteres Plus ist die Größe, die Halle bietet bis zu 50 Menschen ein Dach. Fix sei aber noch nichts.

Allerdings drängt die Zeit: „Die Menschen stehen quasi vor der Tür“, so Sabine Schutz, Pressesprecherin der Stadt Siegen. Derzeit dient noch das Kreissportheim des VfB Weidenau als provisorische Unterkunft. Allerdings läuft der Mietvertrag Ende Oktober aus. 18 Personen sind dort derzeit untergebracht. Nach dem jetzigen Stand käme es den Planern also gelegen, wenn sie die Sporthalle schnell bezugsfertig machen könnten.

Wie schon am Glück-auf-Sportplatz soll in der Winchenbachschule aber lediglich ein Notquartier entstehen, unterstreicht Bammann ausdrücklich – eine Bleibe für wenige Tage also, während die Behörden etwas Dauerhaftes finden. Im Idealfall sollen die Menschen nicht einmal die Zeit haben, ihre Koffer auszupacken, so Bammann.

Kreiswehrersatzamt

Im Gegensatz dazu solle das ehemalige Kreiswehrersatzamt den Menschen auch für länger ein Zuhause bieten, so Bammann. Vorgestellt wurde das Projekt im Februar. Mittlerweile seien die Verhandlungen weit gediehen, der Vertrag werde in Kürze unterzeichnet, so Bammann. Allerdings wolle sie die Räume dort „nicht voll mit Menschen stopfen“. Auch soll Platz sein für eine komplette Infrastruktur, Gemeinschaftsräume etwa.

Massenunterkünfte

Flüchtlinge an einem Fleck zu konzentrieren, halten die Planer für keine gute Idee. Derzeit fahren sie gut damit, die Neuankömmlinge großzügig über das Stadtgebiet zu verteilen. Dafür sei auch „die Akzeptanz in der Bevölkerung viel höher“, findet Bammann. Möglich macht das der private Wohnungsmarkt: Derzeit gingen im Rathaus regelmäßig Angebote für Wohnraum ein.

Sollte sich die Lage allerdings verschärfen, könne die Stadt auch andere Mittel nicht mehr ausschließen. Container als Unterkünfte sollen nur im äußersten Fall eine Option sein: „Sollten wir jemals in die Situation kommen, dass wir keinen Wohnraum mehr finden, wüssten wir Grundstücke für Container“, so Bammann. Das tue die Stadt dann aber „sehr, sehr ungern.“

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