Flüchtlinge von einst erinnern an ihre Heimat

Neunkirchen..  Historische Karten und Fahnen schmücken die Wände, Trachten aus verschiedenen Regionen und handgeschwämmelte Stücke des bekannten Bunzlauer Haushaltsgeschirrs werden in großen Vi-trinen ausgestellt, in Schaukästen können detaillierte Modelle bekannter Gebäude bewundert werden, charakteristisches Kunsthandwerk und Klöppelspitze werden gezeigt. Die Ostdeutsche Heimatstube in Neunkirchen dokumentiert das Leben in den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Rund 600 Stücke wurden dazu in den vergangenen Jahrzehnten zusammengetragen – und noch immer werden es mehr.

Nach der Flucht in den Westen schlossen sich in Neunkirchen Menschen aus Schlesien, Ostpreußen und Pommern zum „Verband der Heimatvertriebenen aus dem deutschen Osten“ zusammen, aus dem die Ortsgruppe Freier Grund des Bundes der Vertriebenen hervorging. Sie richteten 1959 in einem Privathaus in Burbach einen Raum ein, den sie mit Erinnerungsstücken an ihre alte Heimat füllten. Nach mehreren Umzügen ist die Heimatstube 1976 in den Räumlichkeiten des Museum des Freien Grundes gelandet.

Schulklassen willkommen

Auf rund 150 Quadratmetern kann sich der Besucher ein Bild machen von einer Zeit, die nunmehr 70 Jahre zurück liegt, aber angesichts der aktuellen weltweiten Entwicklung nach wie vor von Bedeutung ist. „Mir ist wichtig, dass das Schicksal der Flüchtlinge nicht vergessen, dass die Vertreibung nicht unter den Tisch gekehrt wird“, betont Norbert Gorlt, der Vorsitzende des BdV. „Flüchtlinge wurden damals oft als Menschen zweiter Klasse behandelt – und leider sehen das viele Menschen heute noch so“, sagt Gorlt. „Dabei lässt doch niemand gern sein Zuhause zurück.“ Der Altenseelbacher wünscht sich, eines Tages Schulklassen in der Ostdeutschen Heimatstube begrüßen zu können, um ihnen das Leben – und Leiden – der Schlesier und Sudetendeutschen, der Ostpreußen und Siebenbürgener näher zu bringen.