Flick-Diskussion erreicht jetzt auch Polen
23.04.2008 | 20:00 Uhr 2008-04-23T20:00:00+0200Die seit Montag auf der von Patrick Fick und Dr. Oliver Hirsch ins Netz gestellte Internetseite „www.flick-ist-kein-vorbild.de” hat die Diskussion um die Namensgebung für das Kreuztaler Gymnasium befeuert.
,Überregionale deutsche Tageszeitungen sind inzwischen ebenso auf das Thema aufmerksam geworden wie ein polnisches Blatt und ein polnischer Rundfunksender. Waldemar Maszewski, Korrespondent der Zeitung „Nasz Dziennik” in Hamburg, hat mit seiner Berichterstattung über den seit Jahrzehnten schon andauernden Streit in Kreuztal ein landesweites Echeo bekommen.
Maszewski beklagt, dass Schule und Stadt das Problem „bagatellisierten” und berichtet, dass die Schulleitung ihm gegenüber geäußert habe, „keine Probleme mit dem Namen” zu haben. Der polnischen Zeitung habe Schulleiter Herbert Hoß gesagt, „dass Friedrich Flick vielleicht vom moralischen Standpunkt aus gesehen nicht das beste Vorbild ist, aber er hat sich verdient gemacht um die Entstehung und Entwicklung der Schule”.
Unterdessen zeigt das Gästebuch der Internetseite das ganze Spektrum der Argumente von Befürwortern und Gegnern einer Umbenennung. Zunehmend melden sich auch Schüler des Gymnasiums, die sich in der Regel gegen die Absichten der „Ehemaligen” wenden. Frühere Absolventen der Schule wiederum legen durchaus dar, dass sie auch heute noch Probleme mit dem Namen des Gymnasiums haben.
In den Gremien der Stadt Kreuztal steht möglicher Weise eine Diskussion vor der Sommerpause an. Bis dahin will Bürgermeister Rudolf Biermann (CDU) auch die zu Jahresbeginn gestellte Anfrage der Grünen zum Thema Flick beantworten. Darin geht es auch um mögliche finanzielle Folgen einer Umbenennung für die Stadt. Bürgermeister Biermann hat sich in einem Interview des ehemaligen Schülers Thilo Schmidt, das am Montag in Deutschland-Radio Kultur gesendet wurde, zu dieser Anfrage unmissverständlich geäußert: „Ich habe eindeutig gesagt..., dass ich als Bürgermeister eine Anfrage jeder Partei oder Fraktion zulasse und nach Möglichkeit auch beantworte. Darüber war man in Fraktionskreisen nicht glücklich.”
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