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Flächenbedarf „deutlich überschritten”?

14.04.2008 | 19:00 Uhr
Flächenbedarf „deutlich überschritten”?

Freudenberg. Mit einer Vielzahl von Eingaben zum Bebauungsplan Nr. 100 Gewerbegebiet Wilhelmshöhe-West sowie zur Änderung des Flächennutzungsplanes hat sich der Stadtentwicklungsausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag, 17. April, zu beschäftigen.

Die Bürgerinitiative Wilhelmshöhe West (BIWW) macht beispielsweise geltend, das der vom Regionalplan anerkannte Gewerbeflächenbedarf im Freudenberger Bebauungsplan „deutlich überschritten” werde. Außerdem bedrohe die Ausweisung der Gesamtfläche als eingeschränktes Industriegebiet die angrenzenden Wohngebiete von Oberheuslingen und Lindenberg, wie Vorsitzender Dieter Ohrndorf schreibt. Deshalb schlägt die BIWW auch vor, die Firsthöhe der Gebäude am Rande des Bebauungsplans auf maximal 15 Meter zu begrenzen. Vermisst wird ferner die Festsetzung zur Nutzung von Solarenergie.

Die Verwaltung hält dagegen, dass es im Stadtgebiet keine Flächen gibt, mit denen alle Ansiedlungswünsche erfüllt werden können. Das gelte vor allem für Logistikbetriebe, weil auf der Wilhelmshöhe-West eine besonders gute Anbindung an das überregionale Verkehrsnetz bestehe. Im übrigen gebe es schon schriftliche Zusagen für 75 Prozent des Plangebiets. Ludger Hombach hebt auf den Luftkurort Freudenberg ab, der seine Funktion verliere, wenn die Kurzone von Gewerbegebieten umschlossen sei. Jan Zöller kritisiert die Zerstörung von Lebensraum für geschützte Pflanzen und Tiere sowie den Verlust eines wichtigen Naherholungsgebietes. Auch sei der Wertverlust der angrenzenden Privatgrundstücke nicht hinnehmbar. Ferner bemängelt er die „landschaftsästhetische Veränderung”, die von sämtlichen Höhen des Siegerlandes zu sehen sein werde.

Bedrohte Tierarten sind laut Stellungnahme der Verwaltung allerdings nur in Randbereichen festgestellt worden: etwa Amphibien im Zeitenbachtal sowie Fledermäuse und Vögel auf einer Streuobstwiese im Ostsen des Plangebiets. Der größte Teil des übrigen Bereiches allerdings beherberge keine dauerhafte Vorkommen von Rote-Liste-Arten.

Wirtschaftliche Folgen befürchtet auch der Besitzer des „Waldhotels”. Die Stadtverwaltung will seine Bedenken berücksichtigen, macht aber deutlich, dass sich dies auf die Planungen kaum auswirken werde.

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