Fitness nur zu guten Konditionen

Siegen..  Da im Fitnessstudio Bewegung den Puls in die Höhe treiben soll – und nicht der Ärger über die Vertragsbedingungen –, gibt die Verbraucherzentrale Tipps für Freizeitsportler. „Vertragliche Vereinbarungen über die sportliche Betätigung haben vielfach rechtlich keinen Bestand“, schreiben die Experten in einer Mitteilung.

Viele Studiobetreiber würden versuchen, Kunden „durch lange Mindestlaufzeiten, ungünstige Kündigungsfristen oder automatische Vertragsverlängerungen dauerhaft an sich zu binden“. Außerdem versuchten Anbieter oft, ihre Schadenshaftung auszuschließen, wenn Wertgegenstände wegkommen oder ein Unfall an den Geräten passiert.

Sorgfältigen Check vornehmen

„Ein Studio muss zwar nicht für alle Schäden des Kunden aufkommen“, erklären die Verbraucherschützer. „Es darf aber auch nicht die Verantwortung komplett von sich weisen.“ So müsse das Fitness-Center für eigene Fahrlässigkeit geradestehen, falls zum Beispiel die Trainingsgeräte nicht richtig gewartet werden und sich deshalb jemand verletzt. Verbreitet sei auch, bei Verlust der Mitgliedskarte pauschal einen meist stattlichen Betrag für eine neue Karte zu verlangen: „Dies ist ebenfalls nicht ohne weiteres zulässig.“

Die Experten empfehlen, vor Vertragsabschluss in jedem Fall einen sorgfältigen Check vorzunehmen. Fitness-Fans sollten sich eingehend über Erreichbarkeit, Öffnungszeiten und Mitgliedsbeiträge informieren. Viele Studios bieten zudem kostenloses Probetraining zum Kennenlernen an.

Und natürlich gilt wie immer: „Bevor Hobbysportler einen Vertrag unterschreiben, sollten sie den Text und vor allem das Kleingedruckte gründlich prüfen – am besten in aller Ruhe zu Hause.“ Unklares sollte dann mit den Studiobetreibern geklärt werden. Oft seien diese offen für Wünsche: etwa bei der Frage nach besonderen Rabatten für Studenten, Senioren oder Mitglieder bestimmter Krankenkassen.

Ein weiterer wesentlicher Punkt ist die Vertragslaufzeit. Die meisten Fitness-Studio-Verträge werden für einen festen Zeitraum abgeschlossen. „Eine Erstlaufzeit von 24 Monaten ist hierbei zulässig“, betont die Verbraucherzentrale. Die längere Verpflichtung werde zwar oft mit einem niedrigeren Monatsbeitrag belohnt, „wer jedoch flexibel bleiben möchte, sollte sich nicht zu lange binden“.

Wird der Vertrag nicht rechtzeitig gekündigt, verlängert er sich meist automatisch um einen bestimmten Zeitraum. „Weitere sechs Monate sind hierbei in Ordnung, zumindest bei einem moderaten Monatsbeitrag.“ Streitigkeiten wegen längerer Zeiträume würden von Gerichten bislang sehr unterschiedlich entschieden: „Eine Vertragsverlängerung von mehr als einem Jahr dürfte jedoch unzulässig sein.“