Familienvater (58) hortet Kinderpornos – Bewährungsstrafe

Urteil in Siegen: Ein Jahr Haft auf Bewährung wegen Besitzes von Kinderpornos.
Urteil in Siegen: Ein Jahr Haft auf Bewährung wegen Besitzes von Kinderpornos.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Das Amtsgericht Siegen hat einen Familienvater (58) zu einjähriger Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Mehr als 1600 Dateien kinderpornografischen Inhalts befanden sich auf seinen Rechnern.

Siegen.. Heinz A. atmet tief, sein Brustkorb hebt und senkt sich unter dem Wildleder-Blouson. Das Gesicht ist gerötet. Die linke Hand liegt ruhig auf dem Tisch, manchmal zuckt der Zeigefinger. Sein Köper steht unter Spannung. Dem 58-jährigen Familienvater aus dem Siegerland ist dieser Moment sehr unangenehm. Ihm wird vorgeworfen, mehr als 1600 Dateien mit kinderpornografischem Inhalt gespeichert zu haben und ein Foto via Skype an einen anderen Nutzer verschickt zu haben.

Dateien aus dem Internet herunter geladen

„Ich kann den Besitz nicht verneinen“, sagt er gleich zu Beginn der Verhandlung. Es sei für ihn ein Kick gewesen, die Dateien zu besorgen, sie zu besitzen. Es sei so leicht im Internet. Der Siegerländer nutzte hauptsächlich eine Plattform, lud sich dort die Dateien gleich ordnerweise runter und gab sie auch für andere Nutzer frei. „Für mich war das eine fiktive Welt“, sagt er. Niemals habe er den Drang verspürt, auch in der Realität seinen Neigungen nachzugehen. Manche seiner Fotos zeigen, wie Männer Kleinkinder vergewaltigen. Diese Opfer sind real.

Gerichtsurteil Im Sommer 2013 durchsucht die Polizei sein Haus. Ermittlungen des BKA und der Amtskollegen aus der Schweiz hatte sie auf A.’s Spur gebracht. Die Beamten nehmen alles mit: Laptops, Speicherkarten, Festplatten, Smartphone, iPad, iPhone – auch den Rechner des Sohns. Die Polizisten in Siegen werten die Dateien aus, auch Chatverläufe, die zum Teil in der Verhandlung verlesen werden. Unter den Datenträgern ist auch eine Festplatte, die die Staatsanwaltschaft das „Herzstück der Sammlung“ nennt. Die Fotos und Videos sind dort hierarchisch geordnet, die Dateien nach Alter der Kinder abgespeichert.

Die Verteidigung versucht noch zu argumentieren, dass die Kinderporno-Dateien nur ein kleiner Teil der Sammlung sei, Amtsrichterin Roeske bügelt das jedoch ab. Das ändere nichts an der „Vielzahl von Dateien“. „Ich möchte das für mich aufarbeiten“, sagt der Angeklagte. Das sei er auch seiner Frau schuldig, die zu ihm stehe. „Dafür bin ich sehr dankbar.“ Deshalb werde er sich um eine Therapie kümmern. „Mir ist das sehr peinlich.“

3000 Euro Geldbuße an die Kindernothilfe

Richterin Roeske schließt sich in ihrem Urteil der Forderung der Staatsanwaltschaft an: Zwölf Monate Haft zur Bewährung auf zwei Jahre ausgesetzt wegen Besitzes und Verbreitung kinderpornografischer Dateien. Zudem muss er 3000 Euro Geldbuße an die Kindernothilfe zahlen. Alle Rechner, auf denen etwas gefunden wurde, werden vernichtet. Und damit auch die eigenen Familienfotos.

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