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Familie Plett aus Kreuztal kämpfte für den behinderten Sohn Leon und bekam Recht

03.01.2013 | 13:45 Uhr
Familie Plett aus Kreuztal kämpfte für den behinderten Sohn Leon und bekam Recht
Der schwerstbehinderte Leon Plett mit seinen Eltern Anke und Roland Plett aus KreuztalFoto: Heinz Krischer

Kreuztal.   Die Reporter der WR-Landesredaktion haben im zurückliegenden Jahr etliche Geschichten veröffentlicht. Ihre bewegendste lassen sie noch einmal Revue passieren - und fragten bei den Betroffenen nach, wie ihr Leben weitergegangen ist. Heinz Krischer war bei der Familie Plett aus Kreuztal.

Als Journalist, so habe ich es gelernt, sollst du Distanz wahren zum Thema, über das du gerade schreibst. Das hilft, möglichst objektiv zu berichten. So weit die Theorie. Ich gebe zu: Als ich im Sommer nach Kreuztal fuhr und dort die Familie Plett kennenlernte, wurde dieses Prinzip auf eine harte Probe gestellt.

Bei Leon Pletts Geburt vor vierzehn Jahren hatte ein Gynäkologe einen schweren ärztlichen Kunstfehler begangen. Er holte das bis dahin gesunde Kind zu eilig aus dem Mutterleib und quetschte ihm dabei mit der Geburtszange den Kopf. Leon erlitt starke Gehirnblutungen. Seitdem ist der Junge schwerstbehindert.

All die Widrigkeiten, die die Behinderung mit sich bringt, meistert Familie Plett mit einer bewundernswerten Stärke. „Aber wir haben auch viele Freunde, die uns seit Jahren unterstützen“, zeigt sich Leons Mutter Anke Plett dankbar.

Das Oberlandesgericht Hamm gab den Eltern endlich Recht

Tatsächlich hatte die Familie auch jede Unterstützung nötig. Denn neben der Bewältigung des Alltags mit dem behinderten Leon musste sie zwölf Jahre lang für Gerechtigkeit kämpfen. Musste sie Gutachten und Gegen-Gutachten, Stellungnahmen und neue Sachverständigen-Bestellungen erdulden, bis endlich das Oberlandesgericht Hamm im Sommer dieses Jahres den Eltern Recht gab. Es verurteilte den Gynäkologen zu einer der höchsten Schmerzensgeldzahlungen, die dort je verhängt wurden.

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    Seite 2: Leons Schicksal in den Medien ein Thema bis Arzt das Urteil annahm

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Kommentare
29.12.2012
03:23
Eltern kämpften zwölf Jahre - und gewannen
von Ismet | #1

Es ist Traurig, das ein offensichtlicher Fehler des Arztes, durch so viele Instanzen gehen musste um diesen für diesen Fehler geradestehen zu lassen.
Besser eine späte Genugtuung, als gar keine. Dennoch kann ich es nicht Fassen, das diese leidgeprüfte Fam. 12 Jahre prozessieren musste.
Ich wünsche der Familie alles erdenklich gute.

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