Fakir-Luftballon will nicht platzen

Siegen-Wittgenstein..  Jeden Monat stellt das Bildungsbüro des Kreises Siegen-Wittgenstein ein Experiment für Kinder vor – und schickt es auch an alle Grundschulen im Kreisgebiet. So auch an die Grundschule in Aue-Wingeshausen. „Wir probieren die Experimente eigentlich immer gleich aus“, erzählt die Lehrerin Nina Winter. In der Grundschule gibt es sogar einen gut ausgestatteten Forscherraum und eine Holzwerkstatt. Aktuell konstruieren die Kinder Holzboote mit eigenem Antrieb.

Experiment

Diesmal geht es um einen Luftballon, der einfach nicht knallen will, schreibt das Bildungsbüro. In diesem Monat erlebten die Kinder der Grundschule Aue-Wingeshausen den Fakir-Luftballon. Ein Luftballon will einfach nicht platzen, wenn man ihn auf ganz viele Reißzwecken drückt. Christopher und Doro aus der vierten Klasse probieren das Experiment aus. Christopher staunt: „Ich drücke so fest und das Ding will einfach nicht platzen!“ Doro erschrickt und lacht, als sie den Luftballon auf nur eine einzige Heftzwecke drückt: „Oh, und bei mir platzt er sofort!“ Die Kinder halten sich die Ohren zu: „Christopher, du musst fester drücken“, rufen sie. Aber da lässt sich nichts machen, auch wenn Christopher mit aller Kraft drückt, der Luftballon geht nicht kaputt.

Anleitung

Man braucht: 50 Reißzwecken und einen Luftballon. Die Spitzen der Reißzwecken müssen alle gleichlang sein.
So funktioniert es: Die Reißzwecken gleichmäßig auf einer Fläche von etwa 10 mal 10 Zentimetern auslegen und alle mit der Spitze nach oben legen. Dann den Ballon aufpusten. Nun den Ballon vorsichtig auf das Nagelbrett aus Reißzwecken legen und dann von oben drücken. Was passiert? Wann platzt der Ballon? Zum Vergleich kann der Versuch mit einer einzelnen Reißzwecke ausprobiert werden.

Erklärung

So erklärt das Bildungsbüro das Experiment: Bei einer Nadel oder Reißzwecke platzt der Ballon. Bei diesem Experiment liegt er aber auf ganz vielen Reißzwecken und platzt erst, wenn man mit viel Gewichtskraft auf ihn drückt. Bei einer einzelnen Nadelspitze ist der Druck auf den Ballon größer, weil die Nadelspitze eine ganz kleine Fläche hat. Deshalb platzt der Ballon. Viele Nadelspitzen zusammen bilden eine deutlich größere Fläche.

Der Druck auf den Ballon verteilt sich also, deshalb platzt er nicht sofort, sondern erst, wenn du mit richtig viel Kraft von oben drückst. Das heißt, wenn die Auflagefläche größer wird, nimmt die Druckbelastung ab. Ähnlich ist es zum Beispiel beim Skifahren: Mit Schuhen sinkt man ein, auf Skiern nicht. Noch ein Beispiel: Wenn einem eine Frau mit einem spitzen Absatz auf den Fuß tritt tut das sehr weh. Weniger schmerzhaft ist es, wenn einem jemand mit einem Pantoffeln auf den Fuß steigt.