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Fachärzte machen sich rar

28.03.2012 | 21:43 Uhr
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Fachärzte machen sich rar

Hilchenbach. 13 der 23 in Hilchenbach niedergelassenen Allgemein- und Fachmediziner haben sich an einer Befragung der Stadt Hilchenbach zur Zukunft der ärztlichen Versorgung im Stadtgebiet beteiligt. Das Ergebnis wurde am Mittwoch im Rat vorgestellt: Um die Betreuung durch Allgemeinmediziner und Zahnärzte müssen sich die Hilchenbacher demnach keine Sorgen machen. Defizite gibt es dagegen jetzt schon bei der Versorgung durch Fachärzte.

Von allen Ärzten, die an der Befragung teilnahmen, wollen vier noch länger als 20, weitere vier elf bis 20 Jahre praktizieren, während vier andere innerhalb der nächsten vier Jahre aufhören wollen. Dabei haben zwei ihre Nachfolge schon so gut wie geregelt. Mindestens acht bis zehn Haus- und mindestens zwei Zahnärzte werden auch in zehn Jahren noch verfügbar sein.

Entsprechend schätzen sechs Befragte auch die zukünftige Versorgung mit Haus- und Zahnärzten als sehr gut oder gut, alle anderen mindestens als ausreichend ein. Derzeit gilt Hilchenbach mit Hausärzten sogar als leicht „überversorgt“, stellte Wirtschaftsförderer Kyrillos Kaioglidis fest.

Anschluss an die Klinik in Kredenbach

Anders sieht das bei den Fachärzten aus. Die jetzt praktizierenden Hilchenbacher Ärzte vermissen Kollegen aus den Bereichen Gynäkologie, Neurologie, Pädiatrie, Hals-Nasen-Ohren, Diabetologie und Radiologie. Eine Mehrheit von ihnen regt an, dass die Stadt die Vermittlung von Nachfolgern für freiwerdende Praxen unterstützt, zum Beispiel bei der Suche nach Praxisräumen, durch finanzielle Anreize oder auch durch die Entwicklung eines Ärztehauses. Besondere Sorge macht der Erhalt der Augenarztpraxis in Dahlbruch.

Der Chirurg Dr. Jamil Itani Masri und die Frauenärztin Dr. Elisabeth Bellersheim-Hebrock haben sich dem „Medizinischen Versorgungszen­trum (MVZ)“ des Kredenbacher Krankenhauses angeschlossen. „Eine zumindest für die Hilchenbacher Patienten annehmbare Alternative.“

„Die Facharztpraxen benötigen eine viel größere Einwohnerzahl, um ihre wirtschaftliche Existenz langfristig gewährleisten zu können“, berichtet die Verwaltung weiter. Nach Rechnung der kassenärztlichen Vereinigung soll in Regionen wie Siegen-Wittgenstein ein Augenarzt für 22 154 Einwohner da sein, ein Orthopäde für 26 358 und ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt für 34 822. Demnach ist Hilchenbach gerade einmal für einen Frauenarzt und einen Psychotherapeuten groß genug, für den Augenarzt, den Chirurgen und den Orthopäden eigentlich schon zu klein. Die Zahl der Fachärzte, so Kaioglidis, werde sich reduzieren, mancher Fachbereich „wird wegfallen“.

Zumal auch die finanziellen Bedingungen „gerade unsere Region unattraktiv für junge Ärztinnen und Ärzte machen“: Bei der Vergütung je Versichertem durch die kassenärztlichen Vereinigungen ist Westfalen-Lippe Schlusslicht in Deutschland: 321 Euro pro Patient und Jahr werden hier bezahlt, 386 dagegen zum Beispiel in Berlin.

Steffen Schwab

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