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Pilotprojekt

Experimente für 1200 Schüler

14.02.2012 | 17:37 Uhr
Experimente für 1200 Schüler
Die Universität in Siegen veranstaltet erstmals eine Mintoring-Woche für Gymnasien an. Initiator ist Dr. Bernd Klose.

Siegen.Die Linie zwischen den Schulen und der Industrie schließen will die Universität Siegen mit einem NRW-weitem Pilotprojekt. Die naturwissenschaftlich-technische Fakultät will im Rahmen einer Mintoring-Woche über 1200 Siebt- und Achtklässler an 13 regionalen Gymnasien für Mathe, Physik und Co. begeistern und so zu einem entsprechenden Studium ermuntern.

„Wir erwarten zwar einen Studentenberg, dieser wird aber nicht gleichmäßig auf die Fakultäten verteilt sein“, sagt Prof. Dr. Hanna Schramm-Klein, Prorektorin für Industrie, Technologie und Wissenstransfer. Eine Erhebung habe gezeigt, dass sich Schüler zwar für die Mint-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik interessieren, sie verlassen aber das Siegerland für ihr Studium. Gerade im Hinblick auf den Fachkräftemangel müsse die Uni den Schulen in der Region nun ein definiertes Konzept anbieten.

Siebtklässler sind in der Entscheidungsphase

Die Idee, damit bereits in der siebten Klasse anzufangen, sei von den Schulen gekommen. „Das ist für die Schüler die entscheidende Phase“, sagt Dr. Bernd Klose, Geschäftsführer der Naturwissenschaftlichen Fakultät. Von da an hätten sie die Möglichkeit, Fächer zu wählen. Im Herbst hatten sich die Dozenten mit den Gymnasialdirektoren zu einer Konferenz getroffen. Die Bezirksregierung Arnsberg hatte den Kontakt hergestellt. Entstanden ist das Heartbeat-Project, bei dem sich erstmalig nicht nur einzelne Bereiche, sondern die gesamte Fakultät präsentiert.

Ab den 22. Februar werden Chemiker, Maschinenbauer, Bauingenieure, Physiker und Elektrotechniker dreitägige Projektwochen mit Experimenten rund um das Oberthema Energie an den Gymnasien anbieten. Die Lehrer bereiten den Stoff derzeit vor. „Wir wollen keinen Unterricht machen“, so der Physiker Prof. Dr. Ullrich Pietsch. Neun Versuche haben die Wissenschaftler, unter ihnen auch Lehramtsstudierende, ausgesucht. Je zwei Dozenten und eine Lehrkraft betreuen dann bis zu 20 Schüler große Gruppen.

An einigen Schulen sind diese nach Geschlechtern getrennt – und das ist auch gewollt. „Mädchen haben keine anderen Voraussetzungen, aber der Konkurrenzkampf fällt weg“, so Dr. Bernd Klose. Auch diese Idee sei direkt von den Schulen gekommen. An der Uni habe die Erfahrung mit dem Girls Day gezeigt, dass sofort eine andere Stimmung herrsche, wenn Jungen in der Gruppe seien.

Zunächst ist das von der Universität finanzierte Heartbeat-Project als einmaliges Angebot geplant. Es soll laufende Konzepte, wie die Autumn-School und die Schülerlabors, nicht ersetzen. Zum Ziel hat diese Offensive für die Wissenschaftler vor allem eines: „Wir müssen dafür sorgen, dass die naturwissenschaftlichen Leistungskurse stärker besucht werden“, so Dr. Klose. Oft sei Schülern nicht klar, dass sie diese Voraussetzungen brauchen, wenn sie zum Beispiel Ingenieur werden wollen.

Irmine Skelnik

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